Wohnungswirtschaft: Förderbedingungen müssen verbessert werden
Der Verband der Wohnungswirtschaft in Niedersachsen und Bremen (vdw) pocht darauf, dass die Bedingungen für die staatlichen Förderprogramme zum Wohnungsbau annehmbarer werden. Hierbei gehe es nicht um das angebotene Geld, sondern vor allem um die Art und Weise, wie der soziale Wohnungsbau gefördert werde, erklärte gestern Heiner Pott, vdw-Verbandsdirektor. Wenn die Förderprogramme der N-Bank nicht angenommen würden, müssten die Rahmenbedingungen dafür eben verändert und verbessert werden. Mit dem neuen Umwelt- und Bauminister Olaf Lies (SPD) habe man sich schon „auf eine bessere Förderkulisse verständigt“. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Sozialbindung wegfällt und damit die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen „dramatisch zurückgehen wird“, wie Pott berichtet. Gerade in niedersächsischen Ballungsräumen würden damit Versorgungslücken entstehen. Bisher wird Fördergeld oft auch deshalb nicht beansprucht, weil Bauland fehlt und Investoren auf dem freien Markt ausgelastet sind – die Programme des sozialen Wohnungsbaus sind also nicht verlockend.
Nach Angaben des vdw komme es darauf an, dass der Bund seine Kompensationsmittel für den sozialen Wohnungsbau auch über 2019 hinaus bereitstelle. In den Sondierungsgesprächen zwischen Union und SPD solle darauf geachtet werden. Außerdem bemängelt die Wohnungswirtschaft die explodierenden Baukosten. Ein „Moratorium für energetische und bautechnische Anforderungen“ sei nötig, damit die Kosten nicht noch weiter steigen. Deshalb dürfe die Landesbauordnung nicht noch weiter verschärft werden. Die Wohnungsgenossenschaften würden sich laut Pott noch stärker beim Bau neuer Wohnungen engagieren, wenn die Baukosten nicht so hoch wären – und die Unternehmen nicht gezwungen wären, später horrende Mieten zu verlangen. Eine kostendeckende Miete von zwölf Euro und mehr je Quadratmeter sei jedenfalls „mit dem genossenschaftlichen Grundverständnis kaum vereinbar“.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #1.