Große Zufriedenheit mit der dualen Ausbildung: Laut einer aktuellen Befragung der IHK Niedersachsen würden mehr als 83 Prozent der Auszubildenden ihren Ausbildungsberuf erneut wählen. Fast zwei Drittel der mehr als 6000 Befragten würden demnach sogar wieder zu ihrem jetzigen Ausbildungsbetrieb gehen. Die Identifikation mit dem Ausbildungsberuf ist also hoch, schlussfolgert die IHKN. Bei der Berufswahl steht bei den jungen Leuten der Spaß eindeutig im Vordergrund – das gaben über 71 Prozent der Befragten an. Fast zwei Drittel erklärten zudem, die Zukunftschancen der jeweiligen Tätigkeit seien für sie ausschlaggebend gewesen. Etwas über die Hälfte der Befragten hat nach Neigung gewählt. Für etwas mehr als ein Drittel der Auszubildenden war die Sicherheit ein Auswahlkriterium, lediglich ein Viertel gab an, die Ausbildungsvergütung habe sie gelockt. Mehr als 58 Prozent der Befragten erklärte, bei der Berufswahl vom Elternhaus geprägt worden zu sein. Für die allermeisten sei dieser Schritt aber eine sehr individuelle Entscheidung gewesen, verraten die Freitext-Antworten der Umfrage. Ausschlaggebend seien vor allem individuelle Interessen, persönliche Erfahrungen und direkte Einblicke in die Arbeitswelt gewesen – insbesondere durch Praktika und Nebenjobs. Die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern werben daher mit Nachdruck bei ihren Mitgliedsunternehmen, hochwertige Praktikumsplätze anzubieten. Sönke Feldhusen, IHKN-Sprecher für Berufliche Bildung, sagt dazu: „Die Auszubildenden senden ein klares Signal: Qualität entscheidet. Praxisnähe, gutes Teamklima und eine verlässliche Ausstattung der Lernorte sind ausschlaggebend dafür, ob junge Menschen motiviert und im Betrieb bleiben wollen.“ Die Ausstattung der Berufsschulen sei im Landesdurchschnitt lediglich mit 3,34 von 5 Sternen bewertet. Die IHKN sieht daher deutlichen Investitionsbedarf, um mit modernen Lernbedingungen den Fachkräftenachwuchs zu sichern.


