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Auch die Pflegekammer selbst zeigte sich überrascht. „Wir gingen bisher davon aus, dass die Befragung wie geplant, im März starten sollte“, sagte Kammerpräsidentin Nadya Klarmann. Schon im März habe man dem Sozialministerium auf Anfrage die für die Befragung nötigen Mitgliederdaten zur Verfügung gestellt. Man könne die Verschiebung angesichts der Corona-Pandemie einerseits nachzuvollziehen. „Andererseits wünschen auch wir uns, dass das Damoklesschwert der Befragung über der Pflegekammer endlich verschwindet“, so Klarmann. Aus Ärger über die Kommunikation der Verschiebung des Online-Befragung stellt außerdem der Bundesverband für freie Kammern (bffk) seinen Verbleib im Beirat zur Evaluation in Frage. Noch am 30. März habe man aus dem Ministerium gehört, die Befragung solle wie geplant im März stattfinden, teilte bffk-Geschäftsführer Kai Boeddinghaus am Mittwoch mit. Zwei Tage später bekam er dann per Mail die Ankündigung der Verschiebung. Als Feigenblatt für die Alleingänge des Ministeriums wolle man sich nicht missbrauchen lassen, so Boeddinghaus.
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Irritationen gab es am Mittwoch auch über eine Antwort der Landesregierung zur Pflegekammer. Sie hatte Mitte März auf eine Anfrage von Janssen-Kucz zur Evaluation mitgeteilt: „Der Fragebogen wurde dem Landtag gleichzeitig mit dem Start der Befragung zur Kenntnisnahme übermittelt.“ Allerdings hatte die Befragung noch nicht begonnen und Mitglieder des Sozialausschusses gaben auch gestern an, bisher keinen Fragebogen erhalten zu haben.
Die FDP-Politikerin Bruns sagte, die Antwort auf die Anfrage bedürfe offensichtlich einer dringenden Überprüfung. Es ist durchaus möglich, dass die Antwort in der heutigen Sitzung des Sozialausschusses im Landtag noch einmal seitens der Opposition thematisiert wird.
Aus dem Sozialministerium war zu hören, es handle sich wohl um einen Fehler in der Zeitform, statt „wurde“ hätte man demnach „wird“ schreiben müssen. Die Fragen sollen demnach den Abgeordneten weitergeleitet werden, wenn die Befragung startet.