Nora Wehrstedt, stellvertretende Präsidentin der niedersächsischen Pflegekammer, hat die vom Robert Koch-Institut (RKI) gelockerten Quarantäne-Regeln für medizinisches Personal kritisiert. Nachdem unter anderem Klinikbetreiber die Regelungen als wenig praktikabel kritisiert hatten, soll es jetzt die Möglichkeit geben, die Quarantänezeit von zwei Wochen auf eine Woche zu verkürzen, wenn Personal ohne Schutzausrüstung Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte. Bedingung für die verkürzte Quarantänezeit ist, dass es einen „relevanten Personalmangel“ gibt.
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Wehrstedt und andere Pflegekräfte fragen sich allerdings, wie ein solcher Mangel genau definiert ist. „Hier braucht es dringend Klarheit. Schon vor der Corona-Krise mussten Kliniken aufgrund des Personalnotstands Betten sperren“, erklärte die Kammer-Vertreterin am Donnerstag.
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Viele Pflegende hätten die berechtigte Sorge, in der Corona-Krise ihre eigene Gesundheit und die ihrer Angehörigen zu gefährden. Schon jetzt mangele es vielerorts an Schutzmasken, Kitteln, Handschuhen und Desinfektionsmittel. Nötig seien regelmäßige Corona-Tests für Pflegekräfte, die in direktem Kontakt zu infizierten Patienten stehen, forderte Wehrstedt. „Dringend ist aber auch das Einhalten der 14-tägigen Quarantäne, um eine weitere ungebremste Ausbreitung zu verhindern.“