
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen und zugleich Chef der Sportwagentochter Porsche, steht im Zentrum widersprüchlicher Berichte über seine Zukunft. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ bereitet der 56-Jährige seinen Rückzug von der Porsche-Spitze vor. Demnach laufen bereits Gespräche mit Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, den Vertretern der Eigentümerfamilien Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch sowie mit Betriebsräten. Eine Entscheidung über die Nachfolge soll demnach im Herbst fallen und bis Anfang 2026 umgesetzt werden. In Betracht gezogen werden sowohl interne als auch externe Kandidaten. Blume führt Porsche seit zehn Jahren und hat 2022 zusätzlich die Leitung des Gesamtkonzerns Volkswagen übernommen. Schon länger kritisieren Investoren die Doppelrolle, weil sie Interessenkonflikte berge. Blume selbst hatte mehrfach eingeräumt, dass die Doppelfunktion nicht dauerhaft angelegt sei, ließ jedoch bislang offen, wann er einen der beiden Posten abgibt. Offiziell wiesen Volkswagen und Porsche die Spekulationen zurück. Die Bilanz des Porsche- und VW-Chefs fällt insgesamt durchwachsen aus. Den Sportwagenhersteller belastet neben einem Gewinneinbruch von zuletzt fast 91 Prozent vor allem die Schwäche im China-Geschäft, die bislang enttäuschende Nachfrage nach elektrischen Modellen und Strafzölle in den USA. Hinzu kommt der geplante Stellenabbau bei der Porsche-Batterietochter Cellforce. Volkswagen wiederum kämpft mit Umsatzrückgängen und steht zugleich unter Druck, die hohen Investitionen in Elektromobilität und Software zu bewältigen, während die Konkurrenz auf wichtigen Märkten immer mehr an Boden gewinnt.