
Michel Golibrzuch, seit fast neun Jahren Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung (LGLN), verlässt diese Behörde - und wechselt ins Finanzministerium. Er soll dort die Abteilung IV (Finanzierungen, Finanzpolitik, Finanzkontrolle und Grundlagen der Finanzverfassung) leiten. Wer künftig die Führung des LGLN übernehmen soll, also der Katasterverwaltung, ist noch offen. Mit der Kabinettsentscheidung wird eine monatelange Leerstelle im Finanzministerium geschlossen, nachdem die bisherige Abteilungsleiterin Anne Deter im August vergangenen Jahres nach Nordrhein-Westfalen gewechselt war. Dort leistet sie jetzt die politische Koordinierung für Ministerpräsident Hendrik Wüst. Für die Nachfolge in Hannover waren mehrere Bewerber im Gespräch, unter anderem auch Golibrzuch. Er gehört den Grünen an, zählt dort zum Realo-Flügel und war zwischen 1994 und 2003 auch Landtagsabgeordneter - zuletzt Finanzexperte. Danach wirkte er im Innenministerium bei der Verwaltungsreform, die vom damaligen Innenminister Uwe Schünemann vorangetrieben wurde. Nebenher hat sich der 59-Jährige als Moderator bei einem Bürgerradio-Sender in Hannover betätigt. Mit Golibrzuchs Einzug ins Finanzministerium verstärkt sich dort eine Gruppe von Realo-Politikern der Grünen. Zu ihnen gehören der Minister Gerald Heere und seine Staatssekretärin Sabine Tegtmeyer-Dette, außerdem die Büroleiterin Naomi Imanishi, die früher in der Landesvertretung für Finanzen zuständig war. Sie war im Europaministerium, als dieses noch eigenständig war, einst ausgebremst worden. Der bisherige Büroleiter Mathis Weselmann ist in die Linie des Finanzministeriums gewechselt - und arbeitet jetzt in der Haushaltsabteilung.


