Klinik-Manager mahnen: Land muss Digitalisierung der Krankenhäuser fördern
Das Land Niedersachsen müsse die Investitionsförderung für die Ausstattung von Krankenhäusern deutlich erhöhen. Diese Position vertraten unterschiedliche Klinik-Manager am Montag in der jüngsten Sitzung der Enquetekommission des Landtags, die sich mit der Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Niedersachsen befasst. Dabei wurden verschiedene Krankenhaus-Leiter gefragt, vor welchen Herausforderungen die Führung einer Klinik in Niedersachsen aus ihrer Sicht stehe. Vor allem im Bereich der Digitalisierung und der IT-Sicherheit sei die Investitionsförderung viel zu gering, erklärte etwa Monika Müller, Klinikum-Dezernentin aus Wolfsburg. In Wolfsburg würde zurzeit die kommunale Trägerschaft des Krankenhauses in Frage gestellt, weil die Finanzierung vonseiten des Landes zur Deckung der bevorstehenden Kosten nicht reiche. „Das sind Millionenbeträge, die wir stemmen müssen, und wir warten immer noch auf eine Zusage des Landes“, so Müller.
„Unabdingbare Investitionen, wie in die Digitalisierung, sollten finanziert werden“, sagte auch der Leiter des Kreiskrankenhauses Osterholz, Klaus Vagt. Er fordert, dass die Investitionsförderung des Landes mindestens verdoppelt werden müsse. Claus Eppmann, Klinikum-Leiter aus Emden, stellt dabei nur geringe Anforderungen an den Fortschritt der digitalen Infrastruktur. Er wäre schon dankbar, würde es ein flächendeckendes Mobilfunknetz zwischen den drei Standorten seines Klinikverbundes in Aurich, Emden und Norden geben, erklärte er. Ein Austausch etwa von Bildmaterial mit großen Datenmengen, die für die Diagnostik nötig wären, überforderten hingegen komplett die Netze.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #190.