
Der Traum von einer neuen Exzellenzuniversität in Niedersachsen ist geplatzt: Weder die Leibniz-Universität Hannover noch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) werden ab 2027 als Exzellenzuniversität gefördert. Auch die Universität Oldenburg ist mit ihrem gemeinsamen Antrag mit der Universität Bremen gescheitert. „Niedersachsen ist mit dem Ziel in diesen Wettbewerb gegangen, wieder eine Exzellenzuniversität im Land zu haben. Dieses Ziel haben wir nicht erreicht“, resümierte Wissenschaftsminister Falko Mohrs. Der SPD-Politiker reagierte enttäuscht auf das Ergebnis, betonte aber zugleich die Qualität der niedersächsischen Bewerbungen. „Es war ein starkes Bewerberfeld, alle hatten überzeugende Konzepte“, bestätigte der Wissenschaftsratsvorsitzende Wolfgang Wick. Regionalproporz sowie die Größe von Universität oder Bundesland hätten bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. „Es ging allein um die Überzeugungskraft der Gesamtstrategie.“ Auch Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hatte für die sechs Verlierer tröstende Worte parat: „Die anderen sechs dürfen sich auch freuen, weil da exzellent gearbeitet wird.“

Die Exzellenzkommission von Bund, Ländern und Wissenschaft hat am Freitag fünf neue Standorte ausgewählt. Neu gefördert werden die Universitäten Freiburg, Jena und Köln sowie zwei Verbünde: die Rhein-Main-Universitäten aus Darmstadt, Frankfurt und Mainz und das Ruhr Innovation Lab der Universitäten Bochum und Dortmund. Zusammen mit den zehn bereits im März bestätigten Standorten werden damit ab Januar 2027 bundesweit 15 Exzellenzuniversitäten und -verbünde gefördert. Universitäten aus Niedersachsen sucht man in dieser Liste vergeblich.
Aufgeben wollen die niedersächsischen Bewerber ihre in dem Verfahren entwickelten Pläne allerdings nicht. „Die Entscheidung enttäuscht uns sehr, ist aber zugleich Ansporn: Wir werden das Gutachten sorgfältig auswerten, unsere Zukunftsstrategie weiter schärfen und die konzipierten Maßnahmen entschlossen fortführen“, sagte der Präsident der Leibniz-Universität, Volker Epping. Auch Oldenburg und Bremen wollen ihre „Northwest Alliance“ gemeinsam mit der Universität Groningen fortführen. „Wir sind natürlich enttäuscht, aber zugleich auch stolz auf das, was wir in der Bewerbungsphase gemeinsam entwickelt und geschafft haben“, sagte Oldenburgs Präsident Ralph Bruder. Die beiden Universitäten hatten sich für die Endrunde qualifiziert, nachdem im Frühjahr 2025 insgesamt vier ihrer Exzellenzcluster bewilligt worden waren. Bruder kündigte an, auch „die nächste Exzellenzrunde nicht aus dem Blick“ zu lassen.
Mohrs versprach, dass das Land die Hochschulen auf diesem Weg weiter unterstützen werde. „Die strategische Weiterentwicklung endet nicht mit dieser Entscheidung. Die Hinweise aus dem Verfahren sind ein Auftrag, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“, sagte der Minister. Niedersachsen hatte zuletzt 2007 mit der Universität Göttingen eine Exzellenzuniversität; sie verlor den Status 2012 wieder. Die Förderlinie Exzellenzuniversitäten wird ab 2027 mit insgesamt 208 Millionen Euro pro Jahr ausgestattet.


