12. Juni 2026 · 
NotizBildung

Fünf von sechs OB-Bewerbern bei Schüler-Demo

An einem „Sternmarsch für Demokratie“ haben sich viele Schüler beteiligt. Drei Grünen-Politiker und je einer von SPD, CDU, Linken, Piratenpartei und FDP bekamen dabei eine Bühne.

Foto: Wallbaum

Die Veranstalter sprechen von 3000 Schülern, die am Freitag – bei Regenwetter – auf den hannoverschen Opernplatz zogen und dort das Ziel eines „Sternmarschs für Demokratie“ erreichten, teilweise während der Unterrichtszeit. Die Organisation lag, wie die Stadt Hannover beteuerte, in den Händen des Stadtschülerrates. Die Stadtverwaltung hatte aber im Vorfeld kräftig unterstützt, sodass der Eindruck entstanden war, die Stadt selbst habe die Fäden in der Hand. Das war auch in der Kommunikation zwischen dem Rathaus und einigen Schulleitungen erkennbar geworden. Der Verdacht einer offiziellen Lenkung wurde untermauert von anfänglichen und dann wohl wieder aufgegebenen Plänen, den nicht-teilnehmenden Schülern eine Verpflichtung zur schriftlichen Hausarbeit aufzuerlegen. Zum Start der Kundgebung auf dem Opernplatz wurde OB Belit Onay (Grüne) mit kräftigem Applaus begrüßt, auch Kultusministerin Julia Hamburg (Grüne) war erschienen und sprach zu den Schülern. Die Lehrer, sagte sie, seien "verpflichtet, bei allen Formen von Rassismus zu widersprechen". Die demonstrierenden Schüler dürften sich "nicht einschüchtern lassen". Zum Schwerpunkt der Veranstaltung, die sich über eine gute Stunde erstreckte, wurde die angekündigte "Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten". Dort gab es drei Auffälligkeiten: Erstens war der Vertreter der Jungen Liberalen auf dem Podium, obwohl die FDP keinen eigenen OB-Kandidaten hat. Zweitens wurde OB Onay, der vorher schon gesprochen hatte, bei dieser Podiumsdiskussion durch Sinja Münzberg vertreten, die Grünen-Kandidatin für das Amt der hannoverschen Regionspräsidentin. Onay ging derweil durch die Reihen und wurde von vielen Schülern um ein Selfie gebeten. Und drittens fehlte eine OB-Kandidatin auf dieser Veranstaltung, nämlich die AfD-Politikerin Jessica Schülke. Im Vorfeld hatten die Stadtverwaltung und die Veranstaltung betont, die Demonstration richte sich nicht gegen eine bestimmte Partei. Im Ergebnis konnten sich vor den Schülern dann fünf der sechs OB-Kandidaten präsentieren und für ihre Ziele werben.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #109.
Klaus Wallbaum
AutorKlaus Wallbaum

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Fünf von sechs OB-Bewerbern bei Schüler-Demo