Der Mangel an Ärzten und Pflegekräften macht den Krankenhäusern in Niedersachsen zu schaffen - Foto: kamasigns[/caption]
„Umso erfreulicher ist es bei diesen Werten, dass es trotzdem einem Großteil der Krankenhäuser gelungen ist, die Anzahl der Vollkräfte in den letzten drei Jahren zu steigern. 52 Prozent gaben an, die Anzahl der Vollkräfte im ärztlichen Dienst erhöht zu haben – und sogar 57 Prozent konnten dies im Pflegedienst erreichen“, erklärte der NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke.
Kritik am neuen Pflegebudget
Viele Häuser unternähmen große Anstrengungen zur Steigerung ihrer Attraktivität, sie würden ein betriebliches Gesundheitsmanagement anbieten, entlasteten Mitarbeiter von lästigen Dokumentationspflichten und erhöhten das Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildungen. 63 Prozent der Kliniken hätten gute Angebote zur Kinderbetreuung – sie böten damit familienfreundliche Arbeitsbedingungen beispielsweise für Alleinerziehende.
Die Krankenhausgesellschaft spart auch nicht mit Kritik: Das 2020 erstmals anzuwendende Pflegebudget werde von den Kliniken nicht als Verbesserung angesehen. Über dieses Budget sei geplant, die vollständige Refinanzierung der Kosten der Pflege am Krankenhausbett zu erzielen. Dafür müssten Beträge aus den bisherigen vollpauschalen Vergütungen, den sogenannten DRGs, herausgerechnet werden. Dies sei eine grundlegende Umstellung des Vergütungssystems, die nun in kürzester Zeit vorgenommen werden müsse.
55 Prozent der Krankenhausleitungen befürchteten, dass mit diesem Budget sich die wirtschaftliche Situation ihrer Klinik weiter verschlechtern werde – zumal man nicht unbedingt erwarten könne, dass in den Verhandlungen mit den Krankenkassen erreicht werde, das ausgegliederte Geld vollständig für das Pflegebudget einzusetzen. Engelke meint, mit dem Reformgesetz werde sich der wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser „noch einmal entscheidend erhöhen“.

