13. Feb. 2026 · 
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Dossier: Die Albrecht-Wahl vor 50 Jahren

Im niedersächsischen Landtag in Hannover spielten sich vor einem halben Jahrhundert Dinge ab, die damals über Wochen die ganze Republik bewegten. Am 14. Januar 1976 stand die Wahl des Ministerpräsidenten an, da der Amtsinhaber Alfred Kubel (66) zur Hälfte der Wahlperiode seinen Rückzug antrat. Finanzminister Helmut Kasimier (49) wurde von der SPD/FDP-Koalition als Nachfolger vorgeschlagen. Doch bei der Wahl erhielt dieser nur 75 Stimmen, drei Stimmen fehlten in den eigenen Reihen. Der von der CDU aufgestellte Ernst Albrecht (45) bekam alle 77 Stimmen seiner Fraktion. Es war also keiner der Kandidaten gewählt.

Minutenlang wurde Ernst Albrecht (links Mitte) am 5. Januar 1976 von seinen Parteigenossen beglückwünscht. Bei der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten wurde der CDU-Kandidat Ernst Albrecht zum neuen Regierungschef Niedersachsens gewählt. | Foto: picture-alliance / dpa | Wolfgang Weihs

Am nächsten Tag, genau heute vor 50 Jahren, wurde die Wahl wiederholt – und diesmal erreichte Kasimier nur 74 Stimmen, Albrecht aber 78, also mindestens eine aus der bisherigen SPD/FDP-Koalition. Er war also gewählt. Da der CDU-Mann kein Kabinett bilden konnte, denn dieses hätte in offener Abstimmung die Zustimmung des Landtags erhalten müssen, wartete Albrecht 21 Tage. Die Verfassung sieht vor, dass nach dieser Frist die Bestätigung der Regierung durch das Parlament nicht mehr nötig ist, wenn zuvor die Auflösung des Landtags abgelehnt wird und ein Ministerpräsident gewählt wird. Am 6. Februar trat Albrecht zur Wahl an, die SPD präsentierte den Bundesbauminister Karl Ravens. In geheimer Wahl bekam der CDU-Bewerber nun sogar 79 Stimmen – zwei mehr als seine Fraktion Mitglieder hat. Ravens unterlag. Es begann die „Albrecht-Ära“, die bis 1990 dauerte.

Rundblick-Chefredakteur Klaus Wallbaum hat den Ereignissen vor 50 Jahren eine mehrteilige Serie gewidmet:




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