Mehr Kurse, mehr Klassen, mehr Lehrer: In Niedersachsen wird wieder nach 13 Jahren Abitur gemacht.[/caption]
Parallel zum Abitur nach 13 Jahren gibt es Neuerungen beim Fächerangebot und bei der Abiturprüfung. So haben die Schüler die Möglichkeit, Informatik als Schwerpunktfach (das sind die früheren Leistungskurse) zu wählen. Damit will die Landesregierung den MINT-Bereich stärken. Informatik als Pflichtfach wäre Heiligenstadt zufolge bisher nicht möglich, weil es dafür an Lehrern für den Fachbereich mangelt. Bei der Abiturprüfung wird es ab 2021 möglich sein, die mündliche Prüfung als Präsentationsprüfung abzulegen. Sie besteht aus einem mediengestützten Vortrag und einem Prüfungsgespräch.
Eine Herausforderung werden laut Andreas Stein, Referatsleiter Gymnasien im Kultusministerium, diejenigen sein, die im Jahr 2021 das Abitur wiederholen müssen, weil sie im Jahr zuvor dann noch nach den alten Regeln geprüft wurden. Hierfür werde es zum Teil Sondergruppen geben müssen. „Da brauchen wir dann vielleicht auch einzelne Lösungen für einzelne Schüler an einzelnen Schulen“, so Stein.
https://soundcloud.com/user-385595761/frauke-heiligenstadt-zur-gew-studie
Lob kam von der Lehrergewerkschaft GEW. „Schüler und ihre Lehrkräfte gewinnen mehr Zeit für gründliches und vertieftes Lernen“, hieß es in einer Pressemitteilung. Das hohe niedersächsische Niveau in den Fremdsprachen werde erhalten. An diesem Punkt gab es allerdings Kritik vom Philologenverband. Die Verpflichtung zu einer zweiten Fremdsprache könne durch einen internen Beschluss der jeweiligen Schule „ausgehebelt“ worden. Hier habe sich die Kultusministerin an einem klaren Bekenntnis zu einer leistungsfähigen Schule vorbeigemogelt.

