13. Apr. 2026 · 
NotizInneres

Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen steigt

Erhöhte Geschwindigkeit ist die häufigste Ursache für Verkehrsunfälle in Niedersachsen. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) nimmt aber auch die Verkehrstüchtigkeit in den Blick.

Innenministerin Daniela Behrens (SPD) und der Leiter des Verkehrsreferats im Innenministerium, Lukas Graf von Schwerin, stellen die aktuelle Unfallstatistik der Polizei vor. | Foto: Kleinwächter

Insgesamt 372 Menschen sind im vergangenen Jahr auf Niedersachsens Straßen zu Tode gekommen – 25 mehr als im Jahr davor. Das erklärte Innenministerin Daniela Behrens (SPD) am Montag bei der Vorstellung der neusten polizeilichen Verkehrsunfallstatistik. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle liegt demnach auf einem konstant hohen Niveau. Rund 209.000 Vorfälle hat die Polizei erfasst, was lediglich einen Rückgang im Promillebereich darstellt. Die häufigste Ursache für Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang sei eine überhöhte Geschwindigkeit gewesen. Weitere maßgebliche Gründe waren laut Ministerium Vorfahrtsmissachtung, Fehler beim Überholen und Abbiegen sowie ein zu geringer Abstand zwischen den Fahrzeugen. Die meisten Unfälle ereigneten sich zudem innerorts sowie auf den Autobahnen. Bei zwei Drittel der tödlichen Unfälle endete die Fahrt jedoch an einem Baum entlang einer Landstraße. Auch wenn die Zahl der tödlichen Unfälle in Folge von Alkohol- und Drogenkonsum zuletzt rückläufig gewesen ist, kritisiert Innenministerin Behrens die angehobenen THC-Grenzwerte im Zusammenhang mit der Cannabis-Teillegalisierung. Seit Mitte 2025 werden die Daten dazu bundesweit einheitlich erfasst, berichtete die Ministerin und erklärte, die Ergebnisse untermauerten ihre Befürchtungen. Für das zweite Halbjahr 2025 weist die amtliche Statistik 231 Verkehrsunfälle sowie 1932 Delikte ohne Verkehrsunfall aus. „Die Grenzwerte sind eindeutig zu hoch, darauf hat die Polizei bereits im Gesetzgebungsverfahren immer wieder hingewiesen.“

Auf die Unfallstatistik wirken sich auch neuere Mobilitätsformen aus. Bei insgesamt 2440 Verkehrsunfällen waren E-Scooter beteiligt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert um fast 40 Prozent angestiegen. Bei rund 2100 E-Scooter-Fahrern wurde Alkohol oder andere berauschende Mittel festgestellt. Einen Anstieg verzeichnet die Statistik auch bei den Radfahrern, die bei einem Unfall ums Leben kamen. Insgesamt 63 Niedersachsen sind 2025 bei einem Fahrradunfall gestorben, zwei Drittel von ihnen haben den Unfall selbst verursacht. Besonders häufig handelte es sich bei den tödlich Verunglückten um ältere Personen, insbesondere wenn sie mit einem Pedelec unterwegs waren. Ministerin Behrens appelliert an das Tragen eines Schutzhelms. Angesichts der Zahlen komme man an den Punkt, ernsthaft über eine Helmpflicht auch für Erwachsene nachdenken zu müssen, erklärte sie auf Nachfrage.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #069.
Niklas Kleinwächter
AutorNiklas Kleinwächter

Artikel teilen

Teilen via Facebook
Teilen via LinkedIn
Teilen via X
Teilen via E-Mail
Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen steigt