11. Juli 2025 · 
TagesKolumne

TagesKolumne: Traditionelle Disruption

Veränderung gibt's manchmal nur im Schneckentempo. Aber viel reden hilft. Und dann kommt ein Sommer der Disruption. Eine TagesKolumne über Dinge, die anders bleiben.

Am Dienstagabend durfte ich die Premiere des Kleinen Festes im Großen Garten besuchen. Das Kleinkunstfest in Hannover-Herrenhausen hat Tradition. Aber seit im vorigen Jahr nach Ewigkeiten die Leitung ausgewechselt wurde, grummelt es in der Landeshauptstadt.

Wie war es nun? Am Dienstag war das Wetter so lala, aber immerhin hat der Nieselregen in Verbindung mit der untergehenden Sonne einen schönen Regenbogen an den Himmel gezaubert. Ansonsten? Die Wege sind nun kürzer. Man muss nicht mehr so viel rennen. Und auch nicht anstehen. Es ist ja viel Platz. Und man läuft nicht unbedingt Gefahr, etwas nicht gesehen zu haben.

Schneckentempo: Wer vorankommen will, muss reden. Wie hier im Gespräch mit der Riesenschnecke Boris. | Foto: privat

Das beschreibt das hannoversche Mindset rund um die zweite Auflage des „neuen“ Kleinen Festes vielleicht ganz gut. Wie schön, dass es da ist. Früher war zwar mehr. Aber wir wollen mal nicht zu doll meckern. Denn was wir haben, wissen wir. Und was wir kriegen, wissen wir nicht.

Veränderung kann anstrengend sein. Die Politik spricht deshalb auch nur noch von Transformation. Das klingt gewaltig, aber auf eine gute Art. Ganz haarig wird es erst, wenn von Disruption die Rede ist. Da weiß man schon: Am Ende steht kein Stein mehr auf dem anderen. Auf Geröll flaniert es sich nicht so schön. Vom Rennen ganz zu schweigen.

Knapp über die Hälfte des Jahres ist rum. Wer wollte, konnte in dieser Zeit viel Strecke über holprige Piste machen. Denn im Land Niedersachsen ist eine Menge passiert. Immerhin haben wir jetzt einen anderen Ministerpräsidenten als noch an Neujahr. Und einen Kanzler ja auch.

Jetzt ist die Zeit, die Batterien wieder aufzuladen. Das gilt ganz besonders im Energie-Land Nummer eins. Wir beim Rundblick, dem Politikjournal für Niedersachsen, starten nun in die traditionelle dreiwöchige Sommerpause. Traditionell die Zeit für Disruption bei uns.

Ganz auf uns verzichten müssen Sie derweil nicht. Am Dienstag startet unsere Sommer-Edition. Zweimal pro Woche präsentieren wir Ihnen Nachrichten und auch immer etwas zum Hören und Schmunzeln. Der Wandel steht dabei im Fokus: Denn auch in der Zeitenwende soll alles anders bleiben. In ein paar Wochen verstehen Sie, was ich meine.

Mit unserer Sommer-Edition stellen wir auch technisch ein paar Kleinigkeiten um. Denn der fortwährende Transformationsdruck macht auch vor dem Rundblick-Tower nicht halt. Sollte Ihnen etwas fehlen, sollten die Wege zu kurz sein oder das Programm zu klein, geben Sie kurz Bescheid.

In der letzten Ausgabe kurz vorm Sommerloch haben wir noch diese Themen für Sie:

  • Justiz: Der Bund will bei der Digitalisierung der Justiz ein Jahr Aufschub gewähren. Aber Niedersachsen will davon offenbar keinen Gebrauch machen.


  • Jagdgesetz: Soll die Jagdhundeausbildung am lebenden Fuchs verboten werden? In Dänemark hat sich die Agrarministerin eine alternative Trainingsmethode angesehen. Der Nutzen soll nun erforscht werden.


  • Bürokratieabbau: Die Landesregierung hat versprochen, die vielen komplizierten Regeln abzuschaffen. In der Praxis tut sich bisher wenig, beklagt Hemmingens Bürgermeister Jan Dingeldey. Teil 8 unserer Serie.

Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die kommende Veränderung!
Ihr Niklas Kleinwächter

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #129.
Niklas Kleinwächter
AutorNiklas Kleinwächter

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