Christian Grascha (FDP) und Stefan Wenzel (Grüne) FDP und Grüne mahnen zu größerer Sparsamkeit - Fotos: FDP-Fraktion Nds., Grünen-Fraktion Nds.[/caption]
Die Opposition im Landtag greift diesen Trend auf. FDP und Grüne mahnen zur Umkehr und zu größerer Sparsamkeit. So erklärte Stefan Wenzel, Haushaltsexperte der Grünen: „Die Große Koalition in Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren aus dem Vollen geschöpft. Die sprudelnden Einnahmen haben ihr schier unbegrenzte Handlungsmöglichkeiten vorgespielt. Vorausschauende Strukturreformen sind dabei versäumt worden. Das muss sich jetzt ändern.“ Christian Grascha, Haushaltsexperte der FDP, sieht das ähnlich: „Die Landesregierung lässt sich noch immer durch die gute Entwicklung der Steuereinnahmen in der Gegenwart blenden. Klar ist doch aber, dass die Konjunktur sich deutlich abkühlt. Statt weiter haushaltspolitisch zu chillen, wäre es nun an der Zeit, dass Minister Hilbers den Haushalt endlich wetterfest macht. Notwendig wäre zum Beispiel endlich eine Aufgabenkritik und damit eine Verschlankung der Verwaltung.“
https://soundcloud.com/user-59368422/wir-mussen-auch-einmal-uber-das-verdienen-sprechen-nicht-nur-uber-das-verteilen
11In den zurückliegenden Monaten hatte sich die Koalition aus SPD und CDU noch nicht zu einer Verwaltungsreform durchringen können. Zwar wurde eine Expertenkommission eingerichtet, in der Staatssekretäre zusammenwirken und auch Kommunalvertreter wie Verwaltungswissenschaftler einbezogen werden sollen. Dieses Gremium hatte allerdings viele Sonderbereiche der Verwaltung ausgeklammert, etwa die Schulverwaltung.
Ende Juni hatte der Landesrechnungshof scharfe Kritik an den Versäumnissen der Regierung geübt. Er monierte, dass die Koalition bisher keine Bereitschaft zu einem Konzept für die Folgen der Digitalisierung erkennen lasse. Wenn in Finanzämtern, Katasterämtern und Gerichten immer mehr Vorgänge digital ablaufen könnten, brauche man weniger Mitarbeiter und weniger Garantien für bisherige Behördenstandorte, meinte der Rechnungshof – und warf der Landesregierung vor, diesen Sachverhalt nicht einmal aussprechen zu wollen. Die regierungsinterne Reformkommission zeige nicht einmal einen Ansatzpunkt auf, wie man dieses Thema anpacken könne.


