Startschuss für Deutsches OffshoreIndustrieZentrum
(rb) Cuxhaven. Nach der 200-MillionenEuro Investition der Siemens AG in ein neues Windkraftturbinenwerk in Cuxhaven entsteht an diesem Standort nun das Deutsche OffshoreIndustrieZentrum, das schon bald 1600 Menschen Beschäftigung bringen soll. Wirtschaftsminister Olaf Lies, der am Montag den Startschuss für das Zentrum gegeben und eine großangelegte Werbekampagne für den Standort auf den Weg gebracht hat, verspricht sich von der SiemensInvestition eine erhebliche „SogWirkung“ auf andere ansiedlungswillige Unternehmen der Windenergiebranche. Das Zentrum entsteht auf einem Areal von 50 Hektar, direkt am Wasser und mit Anbindung an das Schienen- und Autobahnnetz. Dazu kommt die 27 Hektar große Liegenschaft der Cuxhaven Steel Construction (CSC), die genutzt werden kann. Lies sieht darin eine „hervorragende Ausgangssituation“ für den Wirtschaftsstandort und die gesamt OffshoreBranche, der – nach den Rückschlägen der vergangenen Jahre – jetzt „endlich“ die Zukunft gehöre. Der Minister hat aus dem für die Industrieansiedlung zuständigen Referat mit Olaf Krawczyk eigens einen Ansprechpartner aus seinem Ressort für ansiedlungswillige Unternehmen abgestellt, der auch die gesamte Werbelinie für das Zentrum koordinieren soll. Nach Angaben des Wirtschaftsministers wird das OffshoreZentrum auf wichtigen einschlägigen Messen und Veranstaltungen zwischen Boston und Manchester, Liverpool und London sowie in Hamburg, Husum, Bremen und Amsterdam beworben. Es soll zusätzlich im Rahmen von Standortmarketingaktivitäten in etlichen Online- und Printmedien der NordseeAnrainerLänder präsent sein. Seiner Meinung nach hängt das Gelingen der Energiewende ganz wesentlich vom Erfolg der OffshoreTechnologie ab, sagte Lies und verwies auf noch bestehende Unstimmigkeiten zwischen Niedersachsen und dem Bundeswirtschaftsministerium über die Ausgestaltung des ErneuerbareEnergienGesetzes (EEG), die es auszuräumen gelte. Er wandte sich vor allem gegen die angedachte „künstliche Deckelung“ der Windenergieproduktion. Wenn man die OffshoreWindenergie zudem international vermarkten wolle, dürfe man darüber nicht zu kleinteilig diskutieren, findet der SPDPolitiker, der sich in dieser Frage in „intensiven Gesprächen“ mit seinem Parteifreund Sigmar Gabriel im Bundeswirtschaftsministerium befindet. Er hielte es für den größten Fehler, wenn die Energiewende an diesem Punkt „verstolpert“ würde durch das Abbremsen bei der Produktion erneuerbarer Energien, insbesondere der Windenergie. Hier sei ein „intelligentes System“ gefragt, das sich im neuen EEG wiederfinden sollte. Bedauerlicherweise sei man hier mit dem Bund nach wie vor „noch nicht einer Meinung“, sagte Lies.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #42.