31. Jan. 2023 · 
P und P

Sozialarbeiter aus Lüneburg will neuer Landesvorsitzender der Linken werden

Thorben Peters leitet eine Obdachlosenunterkunft in Lüneburg, wo er auch dem Kreisvorstand der Linken vorsteht. | Foto: Die Linke

Thorben Peters (35), Leiter einer von der Diakonie betriebenen Obdachlosenunterkunft in Lüneburg, will am 11. März beim Landesparteitag der Linken als neuer Vorsitzender kandidieren. Die Linken haben bisher eine Doppelspitze – aber für den weiblichen Part hat sich bisher noch kein Bewerber bereiterklärt, Peters ist der erste Interessent für den männlichen Part. Das Duo aus Heidi Reichinnek (Osnabrück) und Lars Leopold (Alfeld) hat erklärt, sich von der Spitze der Landespartei zurückziehen zu wollen. Die Landtagswahl im vergangenen Oktober war für die Linkspartei in einer großen Enttäuschung geendet.

Thorben Peters ist Sozialarbeiter, war bisher Vize-Landesvorsitzender der Linken und ordnet sich selbst keiner Strömung in der Partei zu. Für ihn gilt, dass die Bekämpfung der Armut das zentrale politische Thema sein soll. „Leider wird in Deutschland aktiv weggesehen, wenn es um Armut geht. Häufig genug heißt es, die Betroffenen seien doch ,selbst schuld‘. Dabei ist doch die Frage, was in unserem Sozialstaat schief läuft, wenn wir es nicht schaffen, Menschen nach einer Lebenskrise– Trennung, Verlust der Arbeit oder Krankheit – neuen Halt zu geben.“ Von Armut betroffene Menschen hätten keine Lobby, was die wachsende Nachfrage bei den Tafeln zeige. Es sei eine Schande, dass in einem so reichen Land die Versorgung mit Essen dem Ehrenamt überlassen werde.

Dieser Artikel erschien am 1.2.2023 in Ausgabe #018.

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