7. Nov. 2019
Soziales

So verteidigt sich die Pflegekammer gegen Vorwürfe

Falsche Beitragsbescheide, mangelnde Erreichbarkeit: Das werfen viele Pflegekräfte der niedersächsischen Pflegekammer vor. Sie hat auf Anfrage des Politikjournals Rundblick auf die Vorwürfe reagiert. https://soundcloud.com/user-385595761/neuer-arger-um-die-pflegekammer Bei rund 90.000 Mitgliedern sei es leider nicht auszuschließen, dass durch Bearbeitungsfehler auch Bescheide mit falsch berechneten Beträgen verschickt würden, teilt die Kammer schriftlich mit. In solchen Fällen stehe der Mitgliederservice natürlich zum Dialog bereit – im Falle überlasteter Telefonleitungen gerne schriftlich. [caption id="attachment_45022" align="alignnone" width="780"] Einmal den Höchstbeitrag, bitte. So sehen die Schreiben aus, die die Pflegekammer im Oktober verschickt hat - Foto: MB.[/caption] Mitglieder hatten sich darüber beschwert, dass sie im Oktober aufgefordert worden seien, den Höchstbetrag zu zahlen, obwohl sie dies aufgrund ihrer Gehalts nicht müssten und es der Pflegekammer mittels einer Selbsteinstufung auch mitgeteilt hätten. Bei Beschwerden sei die Kammer allerdings telefonisch kaum erreichbar. Die Pflegekammer selbst berichtet von einem „deutlich erhöhten Aufkommen von Anfragen“, nachdem im Oktober die Beitragsbescheide für das Jahr 2019 sowie Zahlungserinnerungen für das Beitragsjahr 2018 an die Mitglieder verschickt wurden.

Kammer legt auch Samstagsschichten ein

Aufgrund der Zahl der Anfragen werde zeitweise bereits in Früh- und Spätschichten gearbeitet. „Auch ist die Pflegekammer derzeit samstags im Einsatz, um zum Beispiel schriftliche Mitgliederanfragen zu beantworten“, heißt es. Mitglieder, bei denen fälschlicherweise der Höchstbeitrag veranschlagt worden sei, erhielten einen neuen, korrigierten Beitragsbescheid. Sollte das Mitglied den Höchstbeitrag bereits entrichtet habe, werde der Differenzbetrag zwischen Höchst- und dem korrekten Beitrag zurückerstattet.
Lesen Sie auch: Beitragsrechnungen der Pflegekammer lösen wieder neue Proteste aus
Ebenfalls Kritik hatte es an der Einladung zu einer Lobbyveranstaltung gegeben, für die die Pflegekammer Experten zufolge Briefpapier genutzt hatte, das doppelt so teuer wie normales Papier sein soll. Auch der Ort der Veranstaltung, der Gartensaal des Neuen Rathauses in Hannover, gehört nicht gerade zu den günstigen Veranstaltungsorten in Hannover. Von der Pflegekammer heißt es dazu, die Kammer gehe bei all ihren Aufgaben „verantwortungsvoll und kosteneffizient mit den Beiträgen der Mitglieder um“. Der Rahmen für den Empfang sei gewählt worden, um eine möglichst große Zahl an Zusagen und damit Gesprächspartnern zu gewinnen. Die Pflegekammer wolle sich auf dem Empfang mit Akteuren aus der Pflege und dem Gesundheitswesen und politischen Vertretern austauschen, wie die Pflegeberufe niedersachsen- und bundesweit gestärkt werden könnten. (MB.)
Martin Brüning
AutorMartin Brüning