Ein Sexualstraftäter hat den Hafturlaub, den ihm die JVA Hameln gewährte, offenbar genutzt, um erneut Kinder zu missbrauchen. Die Fälle, über die zunächst die Bild-Zeitung berichtete, ereigneten sich in Aschaffenburg (Bayern). Verena Brinkmann, die Sprecherin des Justizministerium, bestätigte die Vorfälle vor Journalisten. Der Täter verbüßte Jugendhaft. Den Urlaub erhielt er, um sich auf seine bevorstehende Entlassung vorzubereiten. Bereits nach einem früheren Hafturlaub war sein Handy durchsucht und festgestellt worden, dass er zu Kindern Kontakt aufgenommen hatte. Wie Brinkmann erklärte, wurden daraufhin zunächst alle Lockerungen gestrichen und er erhielt einen neuen Therapeuten. Trotz des Vorfalls wurde ihm später erneut Urlaub gewährt. Brinkmann kündigte an, das Ministerium werde die Vorgänge prüfen. Der Fall erhöht den Druck auf Justizministerin Kathrin Wahlmann, die im Juni schon die Flucht eines Mörders während eines begleiteten Haftausgangs zu erklären hatte. Aus der Opposition gab es scharfe Kritik. Der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Calderone, kommentierte: „Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Abläufe versagen, Kontrollen nicht greifen oder Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind. Frau Wahlmann muss ihren Geschäftsbereich endlich in den Griff bekommen.“ Vanessa Berendt (AfD) sprach von einem „Totalversagen des Systems aus Psychologen, Therapeuten und Gutachtern“.


