2. Feb. 2026 · 
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Schmidt kontert Zahnarzt-Pläne des Wirtschaftsrats: „Nicht mehr ernst zu nehmen"

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Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall, zeigt dem Wirtschaftsrat der CDU die Zähne. Den jüngsten Plan des parteinahen Unternehmervereins, Zahnarztleistungen aus der gesetzlichen Versicherung zu streichen, kanzelt er als realitätsfern ab: „Das ist alles nicht mehr ernst zu nehmen. Zur Überwindung der momentanen Wirtschaftskrise braucht es grundlegende Reformen – mit unausgegorenen Vorschlägen zur Kostenübernahme von Zahnarztleistungen wird sich der Wirtschaftsstandort kaum wieder zurück in die Spur bringen lassen.“ Der Wirtschaftsrat fordert in seiner neuen „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“ unter anderem: „Verschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen.“ Schmidt sieht darin eine Rückkehr zur Zwei-Klassen-Medizin. „Die Zeiten, in denen sich der soziale Status eines Menschen an dessen Lächeln erkennen ließ, sind glücklicherweise vorüber.“ Sein Gegenentwurf: Transparenz statt Rotstift. Der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall schlägt ein Vorkasse-Modell für gesetzlich Versicherte bei ambulanten allgemeinmedizinischen Behandlungen vor – angelehnt an das Beihilfeprinzip bei Beamten: Patienten sollen Arztleistungen zunächst selbst bezahlen und sich das Geld anschließend von der Krankenkasse erstatten lassen. Zahnmedizinische Leistungen sind ausdrücklich nicht betroffen. Ausnahmen soll es für chronisch Kranke und Geringverdiener geben. „Auf diese Weise entstünde mehr Transparenz und damit auch mehr Kostenbewusstsein – denn daran mangelt es in unserem System ganz erheblich.“

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #021.
Christian Wilhelm Link
AutorChristian Wilhelm Link

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