Pläne für Landesbanken-Großfusion beflügeln Phantasie der Sparkassen-Funktionäre
Die Frage nach der Zukunft der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) verlief bisher so, dass die Sparkassen als Miteigentümer recht schweigsam waren. Diese Zeit ist nun offenbar vorüber. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband lässt seit Tagen Spekulationen gedeihen, er arbeite an einem Mega-Projekt: Die Landesbanken Helaba, LBBW in Stuttgart und Nord/LB könnten vereinigt werden, womöglich unter Hinzuziehung der Fondsgesellschaft Deka und der Immobilienbank Berlin Hyp. Wie realistisch ein solches Modell ist, bleibt im Dunkeln. In politischen Kreisen in Hannover hört man die Spekulation, solche Pläne würden jetzt nur verstärkt vorgetragen, um die privaten Interessenten an einem Einstieg in die Nord/LB abzuschrecken. Tatsächlich gibt es aber ernsthafte private Investoren, die in die Nord/LB einsteigen wollen. Nord/LB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers, Niedersachsens Finanzminister, scheint auch nicht mehr darauf zu beharren, dass die öffentlichen Eigentümer mindestens die Hälfte am Eigentum der künftigen Nord/LB haben müssen. Die Sparkassen hingegen scheuen eine Beteiligung privater Geldgeber an der bisher rein öffentlich-rechtlichen Nord/LB, weil sie darin einen Dammbruch sehen und fürchten, die eigenständige Säule der öffentlich-rechtlichen Banken in Deutschland könne damit in schwere Gefahr geraten.
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Inzwischen wird auch darüber spekuliert, ein weiterer Zweig des öffentlich-rechtlichen Systems könne Fusionen unterzogen werden, nämlich die öffentlich-rechtlichen Versicherungen. Aktuell wird die Fusion vn Provinzial Rheinland mit der Provinzial Nordwest (in Schleswig-Holstein) vorangetrieben. Hinweise, dies könne auch Auswirkungen auf die Versicherungen in Niedersachsen haben, scheinen derzeit allerdings weit hergeholt. So ist die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) als große und traditionsreiche Einrichtung derzeit außerhalb jeglicher Fusionsüberlegungen.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #192.