Die kleinen und mittelgroßen Städte in Niedersachsen sind bisher oft die Verlierer gewesen, wenn es um Förderprogramme mit EU-Mitteln, Bundes- oder Landeszuschüssen ging – für die „Dorferneuerung“ waren sie zu groß, für die „Städtebauförderung“ zu klein. Das will die Landesregierung jetzt ändern. Ein neues Programm richtet sich an kleine und mittelgroße Städte, also solche mit mindestens 10.000 Einwohnern und maximal etwa 50.000 Einwohnern, wobei eine klare Obergrenze nicht definiert ist. Wichtig sei, dass es sich um Grundzentren oder Mittelzentren handelt. Die Orte sollen eine Bedeutung für die umliegende Gegend haben – und das gilt stärker für diejenigen, die weiter von Ballungsräumen entfernt liegen. Wie Referatsleiterin Karin Beckmann aus dem Ministerium für Regionalentwicklung berichtet, könnten sich die Projekte gegen Abwanderung richten, für die Belebung der Innenstädte oder für mehr Attraktivität im Stadtzentrum werben – etwa für Begegnungsstätten oder die Marktplatz-Gestaltung oder die temporäre Nutzung von leer stehenden Gebäuden. In der Regel sollen 60 Prozent der Kosten getragen werden, bis zu 90 Prozent in besonders strukturschwachen Gebieten. Als Fördersummen werden zwischen 75.000 und 300.000 Euro je Vorhaben angepeilt, im Etat und der Finanzplanung des Landes stehen für dieses und nächstes Jahr jeweils 2,5 Millionen Euro (als ein erster kleiner Ansatz). Interessierte Kommunen sollen sich bis 31. August bei ihren Ämtern für Regionalentwicklung melden, sie müssen Projektanträge bis Ende September einreichen. Gefördert wird auch der Einsatz von Beratern, die den Kommunalpolitikern bei der Entwicklung konkreter Vorschläge helfen.


