Zwei Behelfskrankenhäuser werden derzeit geplant
Reimann, Bauminister Olaf Lies und Wissenschaftsminister Björn Thümler erläuterten gestern die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Krise. Sie berichteten von Plänen, auch die 77 Reha-Kliniken in Niedersachsen in das System einzubeziehen. Über diese und andere Schritte könnten 1200 zusätzliche Klinikbetten geschaffen werden – ein nötiger Schritt, um die Intensivbetten in den übrigen Kliniken frei zu bekommen und Platz für neue Intensivbetten zu schaffen. https://www.youtube.com/watch?v=Qyz-OWrtfxk&t=7s Zwei Behelfskrankenhäuser werden derzeit geplant, so im Kreis Ammerland, wo es seit langem eine enge Kooperation mit der Bundeswehr gebe, und in den Hallen 19 und 20 auf dem hannoverschen Messegelände. Damit die Umwidmung dieser Hallen für die Unterbringung von Patienten rasch und reibungslos verläuft, hat Lies einen „Duldungserlass“ herausgegeben – mit Blick auf die Bestimmungen zum Brandschutz und zum Versorgungskonzept wird damit eine Genehmigung schon erteilt, die sonst erst nach längeren Prüfungen und Fristen hätte gegeben werden können. „Wir machen hier genau das, was auch in der Flüchtlingskrise geschehen ist“, berichtete Lies. In der MHH in Hannover sollen demnächst zehn Covid19-Patienten aus Italien, die dort nicht optimal versorgt werden können, aufgenommen werden. Dies sei „ein Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe“, teilte Ministerpräsident Stephan Weil dazu mit. Mehr als zehn Betten könne das Land aber in dieser prekären Lage nicht bereitstellen.Lesen Sie auch: Pflegekammer sieht kürzere Quarantänezeit kritisch Serverprobleme bei der NBank: Grüne fordern schnelle Information
In der Corona-Krise gibt es außerdem weitere Neuigkeiten: Medizinstudenten sind bereit: Der Aufruf der Regierung, Medizinstudenten sollten sich als Helfer in Krankenhäusern bereitfinden, trägt nach Auskunft von Thümler Früchte. Man habe auch entschieden, dass der Hinzuverdienst nicht auf das Bafög angerechnet wird. Diese Regel solle auch für Studenten gelten, die sich jetzt als Helfer bei der Spargel-, Erdbeer- und Obsternte engagieren wollen. Hausarrest für Senioren: Der frühere Linken-Landesvorsitzende Manfred Sohn hat eine Unterschriftensammlung gestartet für alle Menschen über 65. Darin sollen die Unterzeichner den Staat auffordern, für sich und ihre Altersgenossen eine Ausgangssperre zu verhängen: „Verordnet uns, den Alten, Hausarrest – versorgt uns und zahlt auch denjenigen, da das nicht sowieso bekommen, eine vorzeitigen Rente. Arbeitet ansonsten weiter wie bei jeder großen Grippewelle. Das wäre eine Abwehrstrategie mit Vernunft und Augenmaß“, heißt es in dem „55er Appell“.
Kurzarbeit in Behörden: Der Präsident des Steuerzahlerbundes, Bernhard Zentgraf, schlägt Kurzarbeit auch für Mitarbeiter von Behörden und staatlichen Einrichtungen vor, die derzeit schließen müssen. Es sei nicht gerecht, wenn Mitarbeiter in Betrieben bei Kurzarbeit rund 60 Prozent ihres Lohnes erhielten, staatliche und kommunale Mitarbeiter aber zu vollem Lohn weiter bezahlt werden – etwa freigestellte Mitarbeiter in Theatern, Bädern und Bürgerämtern. Der Kommunale Arbeitgeberverband habe die Gewerkschaften aufgefordert, genau das in den Tarifvertrag aufzunehmen, beispielsweise für Sparkassenbedienstete. Die Behördenleitungen könnten aber auch mit ihren Personalvertretungen entsprechende Regeln vereinbaren, sagt Zentgraf und rät dazu, dies auch zu tun.

