Hat die SPD ihre Haushaltspläne vorher nicht mit der CDU abgestimmt?
Der Versuch von FDP und Grünen allerdings, über die Diskussion im Landtag mehr Klarheit in die Zukunftspläne der Regierung zu bekommen, endete eher enttäuschend. Unwidersprochen blieb im Plenum die Behauptung von Birkner, die CDU sei von den Haushaltsbeschlüssen in der SPD-Klausurtagung überrascht worden, man habe sich vorher also wohl nicht abgestimmt. Allerdings herrschte in den Spitzen der beiden Koalitionsfraktionen offensichtlich Einigkeit, nun in dieser Debatte nicht weitere Anlässe für Disharmonien zu liefern. Daher verzichtete die CDU – entgegen der üblichen Praxis – ganz auf einen Redebeitrag, von der SPD ging nur ein Vertreter der zweiten Garde ans Pult, nämlich der Haushaltspolitiker Frank Henning. Es blieb Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) vorbehalten, ganz an das Ende einer ansonsten belanglosen Rede ein paar Zahlen zu setzen, die zu Pessimismus Anlass geben: Die Bundesregierung habe ihre eigene Wachstumsprognose für 2019 von bisher 1,8 Prozent auf 1,0 Prozent „nahezu halbiert“, sagte Hilbers, in den Jahren 2020 bis 2022 folge daraus eine geringe Erwartung der Steuereinnahmen „zwischen 5 und 11 Milliarden Euro“. Die Steuereinnahmen des Landes würden sich „analog verhalten“.Lesen Sie auch: Ab 2020 wieder Sonderzahlungen für Beamte in Niedersachsen? Neuer Plan: 500 Euro Weihnachtsgeld für Beamte – aber nur, wenn die Kasse voll bleibt
Was Hilbers mit „analog verhalten“ meint, führte er nicht näher aus. Die Faustregel besagt aber, dass ein Zehntel der bundesweiten Steuerausfälle in etwa auf Niedersachsen entfällt. Bei Mindereinnahmen von 5 Milliarden Euro im Jahr 2020 hieße das 500 Millionen Euro weniger in der Landeskasse, bei 11 Milliarden wären das für das Land 1,1 Milliarden Euro minus. Ob das so eintritt oder Sonderfaktoren wirken, wird Mitte Mai der Arbeitskreis Steuerschätzung herausfinden. Maßgeblich sind die dann gerade aktuellen Konjunkturerwartungen. Dass diese sich in den kommenden anderthalb Monaten noch spürbar verbessern, wäre aber wohl Wunschdenken.


