Mang wendet sich scharf gegen den Regulierungswahn
(rb) Hannover. Mit gewohnt deutlichen Worten hat der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen (SVN), Thomas Mang, am Dienstag die EZB angegriffen. Diese betreibe eine „Politik ohne Zins“, setze auf Verschuldung, spreche dem Sparen die Bedeutung ab und bringe nicht nur Sparer ins Schwitzen, sondern auch einlagenstarke Kreditinstitute, Lebensversicherer, Altersvorsorgeeinrichtungen und Stiftungen. Dies verschärfe die Gefahr von Altersarmut, weil damit auch die Systeme der privaten und betrieblichen Altersvorsorge nicht mehr funktionierten. Das alles werde auch noch „garniert mit einem regulatorischen Overkill“, sagte Mang während der Jahresbilanzpressekonferenz in Hannover. Mit der Flut von Regularien werde der Wettbewerb in der Finanzwirtschaft ausgehebelt, eine Monokultur der Geschäftsmodelle mit dem Ziel gefördert, die gewachsene Struktur der deutschen Kreditwirtschaft anzugreifen. Zu seiner Empörung werde in Europa daran gearbeitet, die Einlagensicherung im Sinne einer Haftungsgemeinschaft zusammenzuführen. Dabei gehe die Sparkassensicherung „völlig und zu Lasten“ der Kunden unter. Nach der Regulierung besorgten dann die Rechtsprechung und die Politik den Rest, fügte er hinzu. Im Ergebnis werde es gerade den Kreditinstituten, die ein sehr ursprüngliches und traditionelles Geschäftsmodell betrieben, schwergemacht, die notwendigen Erträge zu erwirtschaften. Gravierend seien auch die Auswirkungen der Bankenregulierung auf die mittelständische Wirtschaft, kritisierte der Sparkassenpräsident. Es gehe hier vor allem um die langfristige Finanzierung, die durch die derzeitigen Regulierungsvorschläge immer schwieriger werde. 500 Jahre Erfahrungen und Erfolg im Bankgeschäft würden auf den „Müllhaufen der Geschichte“ geworfen. Alles werde bürokratisch erschwert. Mang forderte, im Interesse der Kunden bei der Regulierung Maß zu halten, die Gesamtauswirkungen zu überprüfen und eine Regulierungspause einzulegen. „Eine hohle Nummer“ nannte Mang die Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes. Sie gehe komplett an der Realität vorbei. Das eigentliche Ziel sei es, Negativzinsen durchdrücken zu können. Tatsächlich lache nur Bargeld. Alles andere sei „eine Versündigung an der Freiheit der Menschen“.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #43.