Hampel und sein Landesvorstand müssen harte Auflagen hinnehmen - Foto: jolewa[/caption]
Der Bundesvorstand wollte am Freitag Druck auf Hampel ausüben, zeigte dabei aber selbst einige Schwächen. Die Vorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen waren in der Sitzung ebenso wenig anwesend wie der Vize-Vorsitzende Alexander Gauland. Die Wortführer waren die Spitzenkandidatin Alice Weidel und das Vorstandsmitglied Albrecht Glaser. Sie verzichteten allerdings darauf, ihre Aufforderung an Hampel mit einer Drohung zu verknüpfen, den Landesvorstand notfalls des Amtes zu entheben und einen Verwalter einzusetzen, der die ordnungsgemäße Organisation einer neuen Listenaufstellung in die Hand nimmt. Diese Möglichkeit hätte der Bundesvorstand allerdings immer noch.
Druck übten Weidel, Glaser und die anderen Bundesvorstandsmitglieder allerdings in anderer Hinsicht aus: Der von Hampel für Mitte Juli erbetene 50-Prozent-Vorschuss der Bundespartei für den Landtagswahlkampf, es soll sich um 350.000 Euro handeln, soll vorerst nicht ausgezahlt werden. Der Gesamtbetrag (700.000 Euro) sollte nach bisherigen Plänen spätestens Mitte August auf das Konto des Landesverbandes eingehen. Der Bundesvorstand zog jetzt die Notbremse: Zunächst müsse geklärt werden, ob der Landesverband seine Verpflichtungen gegenüber den Kreisverbänden korrekt nachgekommen ist – und daran gibt es Zweifel mit Blick auf das Geld, das schon für den Bundestagswahlkampf gegeben wurde. Zehn Kreisverbände, heißt es, klagen über fehlendes Geld des Landesverbandes. Die AfD geht auch Hinweisen nach, es sei zu ungerechtfertigten und nicht vertretbaren Spesenausgaben des Landesvorstandes gekommen. Hier ist unter anderem von einer merkwürdigen und dauerhaften Mietwagennutzung die Rede.
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Die zwei Fake-Schreiben der Landeswahlleiterin - verschickt mit einer Pressemitteilung der AfD Niedersachsen[/caption]
Am Dienstag treffen AfD-Vertreter sich mit Landeswahlleiterin Sachs. Wie es heißt, hat nicht Hampel die Federführung der Gespräche, sondern sein Stellvertreter Wilhelm von Gottberg aus Lüchow-Dannenberg. Während Hampel darauf beharrt, die im Februar beschlossene Landesliste noch einmal vorzulegen und die dazu nötigen Wählbarkeitsbescheinigungen und Erklärungen noch einmal einzuholen, sehen das mehrere andere Mitglieder im Landesvorstand offenbar anders. Einige sollen es für besser halten, parallel zu einer neuen Aufstellungsversammlung einzuladen – zumal es Hinweise auf massive Mängel in der Versammlung vom Februar gibt.
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