Mein Platz ist in Hannover, ich gehöre hier her.
In der Pressekonferenz ging Weil noch weiter. Deutlicher als bisher bekundete er, von sich aus keine Kandidatur für den SPD-Bundesvorsitz zu erklären: „Ich strebe es nicht an, ich erwarte es nicht. Ich gehe nicht davon aus, dass ich kandidieren werde.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass er doch Kandidat für den SPD-Bundesvorsitz werde, sei „nur eine theoretische, die nicht klar zu benennen ist“. Obwohl Weil damit klarer denn je erklärt, kein Interesse an der Parteiführung zu haben, schließt er dennoch wiederum nicht aus, als Retter in der Not doch zur Verfügung zu stehen. Das könnte durchaus geschehen, da gegenwärtig – drei Wochen vor Ende der Bewerberfrist – nur wenig überzeugende Namen ihre Bereitschaft bekundet haben. Unter den SPD-Spitzenpolitikern von Gewicht blieben nur noch Weil, Bundesfinanzminister Olaf Scholz oder die Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer und Manuela Schwesig, die als Integrationsfiguren in Betracht kämen. Scholz ist indes umstritten, Schwesig und Dreyer haben abgesagt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist durch das Hin und Her um den SPD-Bezirksvorsitz geschwächt, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gilt zwar als populär, hat aber keine starke Hausmacht hinter sich. Sigmar Gabriel und Martin Schulz haben sich inzwischen nach diversen Äußerungen ins Abseits gestellt.
Rundblick Niedersachsen - Qualitätsjournalismus im Abonnement Sie haben gleich 3x die Wahl – entscheiden Sie sich für Ihr passendes Rundblick-Abo.
Weil ließ sich in der Pressekonferenz am Montag auch zu Aussagen über seine politischen Pläne hinreißen: Auf eine entsprechende Frage antwortete er, gern für die Landtagswahl 2022 wieder als SPD-Spitzenkandidat antreten zu wollen. „Wenn der liebe Gott mich lässt und meine Partei auch – denn gerne“, betonte Weil. Eine solche Bereitschaft hatte der 60-Jährige öffentlich bisher nicht erkennen lassen.


