
Reinhold Hilbers, Finanzminister, bereitet sich wie die anderen Minister des Landeskabinetts auf eine womöglich kurzfristige wichtige Entscheidung vor. Sollte der angestrebte Börsengang der VW-Tochter Porsche schneller als erwartet kommen, müsste das Land Niedersachsen als großer VW-Anteilseigner befinden, ob das Land dann zusätzliche Anteile erwirbt. Dies ist aber, wie aus Landtagskreisen verlautet, wohl eher unwahrscheinlich. Eine Aufstockung der Anteile an VW sei derzeit, kurz vor der Landtagswahl, nicht vorgesehen. Noch unwahrscheinlicher wäre angeblich ein Erwerb von Porsche-Aktien. Das liege auch daran, dass wohl zweifelhaft wäre, ob eine Beteiligung an dem Unternehmen Porsche noch mit dem „Landesinteresse“ begründet werden kann. Bei VW ist das aus historischen Gründen und wegen der niedersächsischen VW-Werke keine Frage, bei Porsche aber schon. Die gestiegenen Dividendenerlöse, die mit einem Erwerb zusätzlicher Aktien durch das Land einhergingen, fielen in einem solchen Fall der landeseigenen Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft (HannBG) zu, nicht direkt dem Landeshaushalt. Es könnte sich um mehrere hundert Millionen Euro handeln. Nutznießer wäre in diesem Fall zu einem großen Anteil auch die Volkswagenstiftung, die von jeder höheren VW-Dividendenausschüttung über das sogenannte „VW Vorab“ profitieren würde.


