Niedersachsen hebt die Investitionen in seine Landesstraßen dauerhaft auf ein neues Niveau. Künftig sollen jährlich 170 Millionen Euro in Straßen, Brücken, Radwege und die Ausstattung der Straßenmeistereien fließen – 40 Prozent mehr als noch im Jahr 2025. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne will damit nicht nur den Investitionsstau beim Straßenbau beheben, sondern auch ein Zeichen setzen: „Ein funktionierender Staat erfüllt seine Kernaufgaben und bietet seinen Bürgern gute Lebensbedingungen“, sagt er. Konkret gehe es darum, „Pendelzeiten zu verkürzen, Arbeitsplätze zu sichern und den ländlichen Raum anzubinden“. 160 Millionen Euro werden nach Ministeriumsangaben jedes Jahr fest verplant, 10 Millionen Euro bleiben als Reserve „in der Hinterhand“. Jeder vierte Kilometer der rund 8000 Kilometer Landesstraße soll in den kommenden sieben Jahren ein neues Gesicht bekommen. „Wir wollen alle verkehrsbeschränkten Landesstraßen in den kommenden sieben Jahren sanieren“, kündigt Tonne an. Die ersten Ausschreibungen sind schon in Arbeit, ab dem Frühjahr sollen die ersten Projekte in den Bau gehen. Und die nächste Runde ist ebenfalls schon in Vorbereitung: „Die Arbeiten am Programm 2027 laufen schon, das wollen wir im Sommer vorstellen.“
Mit der Verstetigung der Mittel auf Rekordniveau erreicht offenbar auch die Arbeitsmoral bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) neue Höhen. "Das hat uns eine echte Perspektive gegeben und uns auch beflügelt", berichtet Präsident Timo Quander. „Das Schlimmste, was uns als Landesbehörde passieren kann, ist ein Auf und Ab. Jetzt haben wir das Geld und können sicher damit arbeiten.“ Das sei auch mit Blick auf den Doppelhaushalt 2027/28 von Bedeutung. Welche Projekte Vorrang haben, entscheidet die Behörde nach Kriterien wie Unfallhäufung, Verkehrsstärke und Verkehrsbedeutung. Tonne bringt es auf eine einfache Formel: „Die schlimmsten Klopper zuerst.“ Offen bleibt, ob die Bauwirtschaft die Schlagzahl mitgehen kann – und will. „Je kleiner und aufwendiger die Projekte werden, desto häufiger kann es passieren, dass davon Abstand genommen wird“, räumt Quander ein. Der Minister verweist auf die „Charta für Infrastruktur“ und setzt auf enge Absprachen mit der Branche.


