Lesen Sie auch: SPD: „Eine vollständige Privatisierung der Nord/LB kommt für uns nicht in Frage“ Landesgeld für die Nord/LB? Eine Zwei-Milliarden-Bürgschaft soll es richten Vier Vorschläge für die Nord/LB
Dass schon in der rot-grünen Regierungszeit intensiv über gründliche Veränderungen bei der Nord/LB nachgedacht worden sein musste, wird jetzt nach einem Interview des HSH-Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Mirow (SPD) deutlich. Mirow war bis 2001 in verschiedenen Funktionen als Senator in Hamburg tätig, arbeitete als Berater für Banken und ist seit 2013 der Aufsichtsratschef der HSH Nordbank, die mit der Finanzkrise und wegen Managementfehlern damals in eine schwierige Situation gekommen war. 2015 hatten sich Hamburg und Schleswig-Holstein auf einen Umbau der Bank verständigt, es wurden Milliarden-Kredite der Länder bewilligt, im Gegenzug mussten die Länder in die Privatisierung der HSH Nordbank einwilligen. Mirow sagte am Montag in einem Interview mit dem „Weser-Kurier“, dass 2015 einen Versuch der Kooperation mit der Nord/LB unternommen habe. Ihm wurde folgende Frage gestellt: „Die HSH Nordbank ist die erste Landesbank, die privatisiert werden soll. Könnte das auch ein Weg sein für die Nord/LB?“ Darauf Mirows Antwort: „Die Eigentümer der Nord/LB müssen sehen, wie sie mit ihren Themen umgehen. Ich glaube, dass man vor zwei, drei Jahren die Probleme hätte gleichzeitig und gemeinsam angehen können und sollen – und ich habe auch versucht, hier einen Anstoß zu geben. Das war aber nicht möglich.“ In einer anderen Passage äußert sich Mirow sehr skeptisch zu den Aussichten öffentlich-rechtlicher Landesbanken in der gegenwärtigen Bankenlandschaft.


