Jens Böther, Landrat des Kreises Lüneburg, protestiert gegen eine aktuelle Mitteilung aus dem Landwirtschaftsministerium. Im Zuge der angekündigten Überarbeitung des Landesraumordnungsprogramms (LROP) soll die bisher dort vorgesehene Elbbrücke der Kreisstraße von Neu Darchau nach Darchau (über die alte innerdeutsche Grenze) gestrichen werden – zugunsten einer Fährverbindung.

„Nach einer Kosten-Nutzen-Abwägung befürworten wir den Einsatz einer Fähre“, sagte eine Sprecherin des Agrarministeriums. Der Sprecher des Wirtschaftsressorts ergänzte, die Kostenschätzungen seien ausgeufert und manches spreche dafür, dass das Land im Falle eines Antrags auf ein Planfeststellungsverfahren von einer eigenen Kostenbeteiligung abraten wird.
Böther erklärt derweil in einem „offenen Brief“ an den Ministerpräsidenten und den Landtag, der Landkreis habe sich für die Planung einer Brücke entschieden und habe für diesen Weg auch ein eindeutiges Votum einer Bürgerbefragung. Für die Erstellung der Planungsunterlagen seien 2,4 Millionen Euro vorgesehen, 1,3 Millionen habe das Land schon beigesteuert.

Nun steige die Verantwortung der Landesregierung, die Menschen im östlichen Teil des Gebietes „anzubinden“. Es sind die Menschen im alten Amt Neuhaus, das bis 1990 zur DDR gehörte. Nach Einschätzung des Landrates habe eine Fährverbindung nicht annähernd die Qualität einer Brücke. Denn bei Niedrig- oder Hochwasser drohe das Überqueren der Elbe für mehrere Wochen nicht möglich zu sein.


