In der Rundblick-Redaktion ist das betriebliche Gesundheitsmanagement eingezogen. Der Kollege Christian Wilhelm Link, der sich dieses Joch übergestreift hat, verkündete uns am Dienstag in der Konferenz: Wir haben die Möglichkeit, Besuch von einer Ergonomie-Fachkraft zu bekommen, die uns sagen kann, wo an unseren Arbeitsplätzen Verbesserungspotential liegt. Schnell war klar, dass die in ihren Dreißigern befindlichen Kollegen meine Begeisterung nicht teilten. „Ihr habt alle noch keine Rückenschmerzen“, rief ich naseweis. Klaus Wallbaums Augen schleuderten Blitze in meine Richtung. „Natürlich habe ich Rückenschmerzen“, entgegnete er. „Ich bezweifle nur, dass es von der Arbeit kommt.“

Hinterher musste ich an Robert Eysoldt denken, den Gründer der Agentur „Age Bombs“. „Das Alter ist keine Unfallstelle, die eine Erstversorgung braucht. Gealtert wird ab der Geburt“, sagt der selbst ernannte Age Diversity Aktivist. Leider fiel mir das Zitat so spontan in der Konferenz nicht ein. Ich habe es eben nachgeschlagen in meinen Notizen vom „Age Forward Lab“. Dazu hatte neulich die Landesinitiative Generationengerechter Alltag (Linga) eingeladen. Es war eine sehr bunte Mischung von Generationen und Professionen, die da zwischen Bonbonbar, Vorträgen und Workshops diskutierte, wie man Älterwerden wieder cool machen kann. Oder war es das noch nie? Dann wird es aber Zeit.
Eysoldt, der offenbar ein Faible für englischsprachige Begriffe hat, warnte uns vor „Soft Signal Age Discrimination“. Also, wenn Ihnen jemand sagt: „Du siehst aber gut aus für dein Alter“, dann antworten Sie nicht: „Dankeschön, wie nett von dir!“ So nett ist das nämlich gar nicht. Jörn Boie-Wegener gab allen eine Agenda für neunzig Jahre Leben mit: „30 Jahre lernen – 30 Jahre leisten – 30 Jahre leuchten“. Erkennen Sie sich wieder? Und wenn ja: Fühlen Sie sich fit für den nächsten Lebensabschnitt?
Mit dem Projekt „Abenteuer Unruhestand“ will Boie-Wegener Menschen seiner Generation motivieren, im Ruhestand mal etwas auszuprobieren, was sie noch nie getan haben. Die Realität, sagen er und seine Mitstreiterin Claudia Thöring, sieht anders aus: Achtzig Prozent der Jungrentner starten ohne Plan in die neue Lebensphase. Ein Fehler, meinen die beiden: „Für uns Boomer zählen Werte wie Arbeit und Leistung. Menschen brauchen Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden.“ Ja, kann ich nachvollziehen. Ich verstehe aber auch jede Jungrentnerin, die von ihrem Lesesessel aus leuchtet oder hinter einem Cappuccino in der Markthalle.
Wenn sie dabei den Rundblick liest (ja, das kann man auch im Ruhestand!), findet sie heute folgende Themen:
Heute ist ein Tag zum Leuchten – egal, wie alt Sie sind!
Ihre Anne Beelte-Altwig


