Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, ist entsetzt über die bevorstehende Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn (Kreis Oldenburg), der bundesweit größten Reha-Klinik für suchterkrankte Kinder und Jugendliche. Der Trägerverein Leinerstift hatte die Einrichtung mit sechzig Plätzen für junge Patienten, die bereits eine Entzugsbehandlung abgeschlossen haben, erst 2025 übernommen. "Schon damals war klar, dass die bisherige Finanzierungsstruktur einen tragfähigen Betrieb der Klink langfristig nicht ermöglicht und es dringend Änderungen in der Refinanzierung benötigt", kommentiert Lenke. Eine Lösung konnte jedoch weder durch Gespräche mit Politik noch mit der Deutschen Rentenversicherung gefunden werden. "Dieses Beispiel zeigt noch einmal eindrücklich, wie starr die Systematik der Sozialgesetzbücher ist und pragmatische Lösungen für ein offensichtlich wichtiges Angebot deshalb nicht gefunden werden können. Das ist erschreckend!" Lenke lobt das große, auch finanzielle Engagement, das der diakonische Träger in das Haus investiert hat. Wenn die Klinik zum 30. Juni 2026 schließt, stehen bundesweit nur noch 25 Reha-Plätze für die Zielgruppe zur Verfügung – trotz steigenden Bedarfs, wie das Leinerstift mitteilt. Das BSW fordert, die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in ein Landeskrankenhaus umzuwandeln, um den Betrieb fortzuführen.


