Digitalisierung der Arbeitswelt kann eine Chance für Frauen sein
Die Digitalisierung kann laut der SPD-Landtagsabgeordneten Thela Wernstedt eine Chance für Frauen in der Arbeitswelt sein. „Die neuen Technologien eröffnen die Möglichkeit, Geschlechterverhältnisse neu zu verhandeln, Machtverhältnisse, Rollenzuschreibungen und Arbeitsteilung zu hinterfragen und zu ändern“, sagte die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion bei einer Veranstaltung in Hannover. Die Arbeitswelt werde flexibler und mobiler. Das sei eine Chance für Frauen, müsse aber durch entsprechende Regelungen und Schutzmaßnahmen begleitet werden. „Wenn Arbeitsplätze nach Hause verlagert werden und das Befüllen der Waschmaschine und die Kleinkindbetreuung parallel zur Arbeit passiert, dann wird das zu einer Überforderung. Arbeitnehmer müssen Leben und Arbeit miteinander verbinden können“, so Wernstedt im Gespräch mit dem Rundblick.
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Für Bertina Murkovic, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen Nutzfahrzeuge, stellt sich gerade in Bezug auf die Digitalisierung in der Industrie die Frage, ob Technik oder Mensch im Mittelpunkt der Veränderungen stehen. „Hier sind wir im besonderen Maße gefordert, die Veränderungen in der Arbeitswelt so zu gestalten, dass Frauen davon profitieren können“, sagt Murkovic dem Rundblick. „Und wir müssen dafür eintreten immer noch bestehende Unterschiede, etwa in den Bereichen Lebensarbeitszeit oder Karriereentwicklung, abzubauen.“
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Die SPD-Politikerin Thela Wernstedt bezeichnet es darüber hinaus als wichtig, bereits junge Frauen zu ermuntern und zu bestärken, ihre Potenziale für technische Berufe zu nutzen. Man könne zum Beispiel darüber nachdenken, die Förderung des Niedersachsen-Technikums auszuweiten, schlägt Wernstedt vor. Dabei werden junge Frauen zeitgleich in Hochschulen und Unternehmen an MINT-Studiengänge herangeführt. Die übergroße Mehrheit entscheidet sich danach für ein technisches Studium.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #15.