Die Jugend von heute ist ziemlich mies drauf. Und wer könnte es ihr verübeln? Erst sperren die Alten die Jungen ein, dann wollen sie ihnen die Smartphones aus der Hand nehmen und ihnen stattdessen ein Maschinengewehr in selbige drücken. Unsereins hingegen hatte wenigstens noch die 1990er, in denen angeblich alles friedlich, gut und sicher war. Das Internet war verheißungsvolles Neuland. Wohnraum war günstig. Nachbarn waren Freunde. Es war eine Zeit, die wir heute angemessen idealisieren können, um uns an der Erinnerung die Seele zu wärmen.

All das haben diejenigen, die frühestens 1997 geboren sind, nicht mehr erlebt. Stress, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit seien die Ergebnisse der Dauerkrisen der vergangenen Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Trendstudie der Uni Potsdam, die in den letzten Tagen große Beachtung fand. Eine Botschaft, die es in viele Schlagzeilen schaffte: Immer mehr junge Menschen denken darüber nach, das Land zu verlassen. Und wer bleibt, so lässt sich die Studie deuten, will den Laden brennen sehen. Zumindest nimmt die Tendenz, extreme Parteien am rechten und linken Rand zu wählen, unter jungen Leuten immer weiter zu.
Angesichts dieser (möglichen) Wahlentscheidung scheint es nur folgerichtig, dass sich in der politischen Mitte in Sachen Wahlalter wenig bewegt. Nun ist es nicht so, als wollte dort gar niemand, dass auch schon Sechzehnjährige wählen oder gar gewählt werden dürfen. Die nötige Dreiviertel-Mehrheit fehlt derweil noch. Und wer weiß, vielleicht bröckeln da inzwischen angesichts der Jugendstudien und Erstwählerbefragungen gerade auch ein paar Grundüberzeugungen links der Mitte.
Beim Landesjugendring ist man derweil noch davon überzeugt, dass mehr Jugendbeteiligung immer eine gute Idee ist. Im Rundblick-Podcast spreche ich darüber mit Nils Lüking, dem Vorstandssprecher des Dachverbands der niedersächsischen Jugendverbände. Gemeinsam werfen wir den Blick voraus auf Kommunal- und Landtagswahl und ergründen die besondere Rolle der kommunalen Jugendhilfeausschüsse. Im heutigen Rundblick lesen Sie ein bisschen was dazu, hören können Sie die aktuelle Folge in voller Länge hier:
Was Sie heute sonst noch im Rundblick lesen, erfahren Sie hier:
Stress, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit – ganz so schlimm ist es bei mir zum Glück noch nicht. Dennoch bin ich froh, mich nach diesem Freitag in eine österliche Urlaubswoche zu verabschieden. Meine Kolleginnen und Kollegen halten derweil die Rundblick-Fahne hoch!
Machen Sie’s gut!
Ihr Niklas Kleinwächter


