Könnte der Passat im Hintergrund Blake Carrington gehören? - Foto: Jakob Brüning[/caption]
Wie so vieles hat ausgerechnet wieder einmal Volkswagen das erst spät erkannt. Der Autobauer aus Niedersachsen hat nicht nur Kunden hinter die Fichte geführt, Entwicklungsarbeit bei Hybrid und Elektromobilität verschlafen und die Kosten eher schlecht als recht unter Kontrolle gehabt. Er zeichnete sich im Vergleich zu anderen Autobauern auch noch als eher schlechter Partner bei Zulieferern aus und rangierte bei diesen am unteren Ende der Beliebtheitsskala. Volkswagen – das ist eher der Denver-Clan unter den Autobauern: Unterhaltung garantierten vor allem der Zwist zwischen den Familienclans und fragwürdige Millionen-Boni für das Management.
https://soundcloud.com/user-385595761/zulieferergipfel-das-sagt-olaf-lies
Nun ist Einsicht der erste Schritt zur Besserung. Insofern ist es zu begrüßen, dass Volkswagen-Vorstand Ralf Brandstätter in Hannover ein offenes Gespräch mit den Zulieferern geführt und Besserung gelobt hat. Ein noch besseres Signal nach außen wäre es allerdings gewesen, sich danach selbst der Presse zu stellen. Aber nach dem schiefgegangenen Zeitungsinterview von VW-Chef Matthias Müller will man so etwas bei Volkswagen vielleicht ja nicht mehr riskieren. Im schlechtesten Fall könnte herauskommen, dass es Volkswagen mit dem Wandel vielleicht doch gar nicht so ernst nimmt wie immer behauptet.
Lesen Sie auch:
Am Wandel kommt Volkswagen allerdings gar nicht vorbei und ist dabei auf kompetente Zulieferer genauso angewiesen wie die Zulieferer auf VW. Von einer vertrauensvollen Partnerschaft können beide Seite profitieren. Volkswagen muss allerdings jetzt zeigen, dass der Konzern so ein Partner sein kann. Auch hier hinkt das Unternehmen anderen Konzernen hinterher. Sollte VW die Wende nicht schaffen, droht dem Konzern dasselbe Problem wie am Ende dem Denver-Clan. Bei Wikipedia heißt es: „ Wegen immer fragwürdigerer Drehbücher und starker Konkurrenz in der Hauptsendezeit gingen Mitte der Achtzigerjahre die Einschaltquoten deutlich zurück. Auch auf Seiten der Finanzen wurden die Probleme zunehmend größer.“ Für die VW-Mitarbeiter und auch für Niedersachsen wäre es besser, wenn Volkswagen die Kurve bekommt.
Mail an den Autor dieses Kommentars

