7. Juli 2026 · 
MeldungWissenschaft

Den Bundesmitteln sei Dank: Niedersachsen verstärkt Investition in die Hochschulen

627 Millionen Euro fließen in 143 neue Bauvorhaben für die Hochschulen im Land. Der Wissenschaftsminister stellt die Investitionsoffensive in einer Pressekonferenz vor.

Wissenschaftsminister Falko Mohrs verteilt viel Geld an die Hochschulen. | Foto: Wallbaum

Bisher standen für Investitionen in den Hochschulen jährlich rund 50 Millionen Euro zur Verfügung. Nun aber gibt es das kreditfinanzierte „Sondervermögen“ des Bundes – und über diesen Weg können in diesem Jahr 627 Millionen Euro für Projekte ausgekehrt werden. 377 Millionen Euro davon kommen aus der gemeinsamen Bauinitiative von Bund und Ländern. Wissenschaftsminister Falko Mohrs hat am Dienstag die Liste mit 143 Einzelvorhaben vorgestellt. Auslöser dafür, welche Projekte genommen wurden und welche nicht, war vor allem die Frage nach einer möglichen schnellen Realisierbarkeit. Der Teil, der die 377 Millionen Euro betrifft, muss bis spätestens 2030 ausgegeben worden sein. Was passiert, wenn man zwar hoffnungsvoll anfängt, dann aber merkt, nicht rechtzeitig fertig zu werden? Dann, sagt Mohrs, müsse das Geld zurückgegeben und für andere Vorhaben verwendet werden. Was aber mit Fällen ist, in denen der Bau nach Ablauf der Frist halb vollendet ist, müsse „mit dem Bund noch besprochen werden“. Für den Rest der Summe, nämlich rund 250 Millionen Euro, läuft die Frist der Fertigstellung dann erst 2042 ab.

Mehrere Großvorhaben stechen in der Liste hervor: 27 Millionen Euro für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Munster-Trauen (Heidekreis), 18 Millionen Euro für einen neuen Quantencomputer in Göttingen, 25 Millionen Euro für den Ausbau der Marine-Sicherheitsforschung in der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven, 18,5 Millionen Euro für die Erweiterung der Magazinflächen der Landesbibliothek in Oldenburg, 45 Millionen Euro für die Behebung von Mängeln der IT-Infrastruktur der MHH und der Uni-Medizin in Göttingen, 21 Millionen Euro für die Generalsanierung des Gebäudes A der Uni Hildesheim, 38 Millionen Euro für den Neubau eines Institutsgebäudes für Neurowissenschaften in Göttingen, 48 Millionen Euro für ein neues Institutsgebäude der Werkstoff- und Fertigungstechnik der Uni Braunschweig, 9,5 Millionen Euro für eine neue Mensa der Tierärztlichen Hochschule Hannover, knapp 40 Millionen Euro für Gebäudesanierungen der Leibniz-Uni in Hannover, 24 Millionen Euro für die Sanierung der Mensa der Uni Oldenburg, in der Uni wird zudem ein denkmalgeschütztes Energielabor erneuert. In der Uni Osnabrück wird für 58 Millionen Euro ein neues Institutsgebäude errichtet.

Mohrs hob hervor, dass sämtliche 18 niedersächsischen Hochschulen von dem Bauprogramm profitieren werden. In einigen Fällen ist das konkrete Vorhaben, das finanziert werden soll, noch nicht detailgetreu festgelegt, weshalb in der Liste noch „Projekt wird noch festgelegt“ vermerkt ist – etwa für die HAWK Hildesheim/Holzminden und Göttingen, die mit 2 Millionen Euro bezuschusst werden soll. Das gilt auch für die Hochschule Hannover mit 1 Million Euro und für die Hochschule Osnabrück mit 7 Millionen Euro. Lobend äußerte sich die Grünen-Wissenschaftspolitikerin Pippa Schneider zu dem neuen Programm des Ministeriums. „So schaffen wir beste Voraussetzungen dafür, dass kluge Köpfe gerne nach Niedersachsen kommen, hier studieren, forschen und bleiben.“

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #126.
Klaus Wallbaum
AutorKlaus Wallbaum

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