Der Müll landet schließlich in einer der 1.012 Entsorgungsanlagen. Fast zwei Drittel davon sind spezialisierte Anlagen, auf denen zum Beispiel Autos wiederverwertet oder der Müll sortiert, geschreddert oder in Abbaustätten verfüllt wird. Dazu kommen Mülldeponien, bei denen jeder Einwohner Sonder- und Sperrmüll abgeben kann. Knapp ein Viertel wurde in den vergangenen zehn Jahren jedoch geschlossen, sodass von den 77 Deponien im Jahr 2008 im vergangenen Jahr nur noch 57 übrig waren. Dafür stieg die Zahl der Entsorgungsanlagen, in denen der Müll verbrannt wird. Gab es 2008 noch 38 solcher thermischen Behandlungsanlagen im Land, waren es 2017 schon 48.
Der Siedlungsmüll macht nur ein knappes Fünftel von den Abfällen aus, die 2017 verwertet wurden. Die restlichen 20 Millionen Tonnen setzten sich zusammen aus 9,9 Millionen Tonnen Abfälle aus Bau- und Abbrucharbeiten und 11,1 Millionen sonstige Abfälle. Von den 4,8 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle wurden 3,7 Millionen Tonnen in Niedersachsen verarbeitet. Ein Drittel davon ging an biologische Entsorgungsanlagen (Kompostierung und Vergärung), ein Viertel wurde verbrannt und 28 Prozent mechanisch oder chemisch auf sonstigen Anlagen behandelt. Die restlichen 1,7 Millionen Tonnen wurden in andere Bundesländer oder gar ins Ausland zur Weiterverarbeitung transportiert, meist zur Verbrennung. Dafür wurden 674.000 Tonnen Abfall zur Entsorgung nach Niedersachsen gebracht.
(isc)

