So sieht es im Inneren der ehemaligen Moschee aus - Foto: Karina Scholz[/caption]
Die Schaufenster der früheren Moschee im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses in der Hildesheimer Nordstadt sind mittlerweile unverkleidet. Wo früher orientalische Türme aus grüner Folie angebracht waren, können Passanten nun durch die Fenster schauen und zurückgelassene Möbelreste und Kaftane an den Garderobe sehen. Teppichboden, Ventilatoren an den Wänden und ein Handy-Verbotsschild lassen noch erahnen, dass hier einst Versammlungen stattgefunden haben. An den Türen kleben noch Reste der Polizeisiegel.
Die Polizeidirektion Göttingen ist seit der Beschlagnahmung für die Räume zuständig. Auf einen großen Erfahrungsschatz beim Management beschlagnahmter Räume können die Beamten nicht zurückgreifen, denn in dem 13-jährigen Bestehen der Polizeidirektion gibt es solch einen Fall zum ersten Mal, wie eine Sprecherin auf Anfrage des Politikjournals Rundblick bestätigte. Aktuell laufe eine Abstimmung mit dem Innenministerium. Details dazu werden nicht öffentlich gemacht.
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Von außen unscheinbar: Die frühere Moschee des verbotenen Deutschsprachigen Islamkreises in der Hildesheimer Nordstadt - Foto: Karina Scholz[/caption]
Fest steht, dass die ehemalige Moschee mit der Beschlagnahmung in das Eigentum des Landes Niedersachsen übergegangen ist. Ein Verkauf der Räumlichkeiten durch den Landesliegenschaftsfonds war zunächst vorgesehen, konnte aber wegen eines drohenden Verstoßes gegen das Vereinsrecht, das die gemeinnützige Verwendung vorschreibt, nicht umgesetzt werden. Vor dem Verbot des Islamkreises war Hildesheim ein Hotspot radikaler Islamisten in Niedersachsen und auch in Deutschland.
So war etwa der prominente Kopf der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), der Hassprediger Abu Walaa, dort aktiv. Er muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten. Nach Auffassung der Bundesanwaltschaft war der Iraker die zentrale Führungsfigur des IS in Deutschland. Durch sein Wirken in Hildesheim soll er Dutzende Menschen zur Ausreise in Krisengebiete und zur Aufnahme des Dschihad, des „heiligen Krieges“, motiviert haben. Mit ihm angeklagt sind vier weitere IS-Unterstützer.


