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Merkwürdig an diesem Fall war die vorgelagerte Ausschreibung – und die Art, wie auf deren Ergebnis reagiert wurde. Neben Bogumil, der als Privatperson auftrat, hatte auch das Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung in Speyer ein Angebot abgegeben. Bogumil wollte seine Leistungen mit 127.000 Euro vergütet haben – und die Konkurrenten aus Speyer waren 30.000 Euro günstiger. Trotzdem kam Bogumil zum Zuge, und weil Schünemann das seltsam vorkam, beantragte er Akteneinsicht, die ihm auch gewährt wurde. Hier traten dann, wie der CDU-Politiker sagt, gravierende Unterschiede zwischen den Angaben im Auswahlprotokoll und den tatsächlichen Angeboten zutage. Behauptet wird, Speyer habe zu wenig Vergleiche zu früher gezogen – doch offenbar sind diese sogar reichhaltiger als bei Bogumil. Behauptet wird, bei Speyer fehle der Ländervergleich – dabei ist der sogar umfangreicher als beim Mitbewerber. Behauptet wird, das Konzept von Bogumil sei weitreichender – dabei hat Speyer Controlling und Masterplan im Hintergrund, während Bogumil als Privatperson auftritt. Schünemann fragte gestern im Ausschuss: „Hat man gezielt Bogumil ausgewählt, weil man jemanden beauftragen wollte, der zu den alten Bezirksregierungen zurückkehren will?“
Eine Antwort allerdings erhielt der CDU-Politiker nicht, und das ist beschämend. Der Referatsleiter für „strategische Planung der Landesentwicklung“ aus der Staatskanzlei trug knapp vor, man habe den Auftrag „nach bestem Wissen und Gewissen“ gegeben und dabei mehrere Kategorien geprüft. Zu allen Fragen, die Schünemann aufwarf, schwieg der Beamte eisern. Es mag sein und ist sogar wahrscheinlich, dass auch frühere Landesregierungen ihre Gutachteraufträge mehr oder weniger nach gewünschtem Ergebnis vergeben haben, auch zu CDU-Zeiten. Die SPD-Abgeordnete Petra Emmerich-Kopatsch erinnerte auch daran. Aber als Entschuldigung taugt dieser Hinweis nicht. Wenn die Landesregierung eine Ausschreibung veranlasste, nicht den günstigeren Bewerber genommen hat und die Opposition nachforscht, müssen die Verantwortlichen später auch umfassend Auskunft geben.
Im Koalitionsvertrag haben SPD und Grüne 2013 geschrieben: „Demokratie lebt von kontinuierlicher Beteiligung und Transparenz. Viel zu lange wurde in Niedersachsen ein obrigkeitsstaatlicher Politikstil betrieben.“ Das, was die Staatskanzlei gestern im Landtagsausschuss vorgeführt hat, ist jedenfalls kein Zeichen von Transparenz.
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