Wissenschaftsminister Falko Mohrs und der Stiftungsvorstand der "Stiftung Schloss Marienburg", Mario Mathias Ohle, kündigen eine Veränderung an: Zum Pfingstwochenende soll das Schloss in Pattensen (Region Hannover) vorübergehend geöffnet werden – allerdings nur ausnahmsweise. Die Verantwortlichen erleben seit Monaten einen wachsenden Druck: Sollte man dieses Ausflugsziel nicht doch stärker zugänglich machen? Muss der Umbau wirklich zu solch starken Einschränkungen des Besucherverkehrs führen?

Im Oktober war ein „Masterplan 2030“ angekündigt worden, der nun fertig konzipiert ist und sich mit der Frage befasst, wie man eine Öffnung der Marienburg trotz Baumaßnahmen gestalten kann. Am Pfingstwochenende soll Besuchern – jedoch nur in Dreißigergruppen – bereits ein Rundgang durch das Schloss ermöglicht werden. Der Rundgang umfasst Räume im Erdgeschoss, die nicht von den Baumaßnahmen betroffen sind und Teil einer Dauerausstellung werden sollen. Der Bund sagte hierfür kürzlich eine halbe Million Euro zu. Das Geld soll zur Aufbereitung der Ausstellungsstücke verwendet werden. Ziel sei es laut Ohle, dass diese Teile des Schlosses im kommenden Jahr dauerhaft geöffnet werden können.

Damit überhaupt gebaut werden kann, wurde rund um das Schloss eine Baulogistik geplant. Dazu gehören verstärkte Waldwege, über die auch Baustellenfahrzeuge fahren können, und Plätze, auf denen Baumaterial gelagert wird. Außerdem seien einige wichtige Notmaßnahmen geplant und teilweise schon durchgeführt. Der Laubengang und die Mauer mit dem Hang darunter werden von balancierten roten Stahlarmen abgestützt. Der Hang soll dann im Juni durch eine Spritzbetonschale wieder gesichert werden. Auch die Außenmauer der Terrasse und die Terrasse selbst seien baufällig und würden im Anschluss an den Laubengang saniert. Nach der Sanierung sollen Besucher wieder von der Terrasse aus die Aussicht auf die Leine genießen können. Das größte Sorgenkind bleibe die marode Holzbalken-Konstruktion im Dach über dem Obergeschoss, die jedoch laut Ohle teilweise auch von innen saniert werden kann.

Langfristig erhoffen sich Ohle und Mohrs, dass man sich nicht nur auf umständliche Ausnahmegenehmigungen stützen muss, sondern eine generelle Nutzungsgenehmigung von der Region bekommt. Wann das passiert, stehe allerdings noch in den Sternen – denn der Verwaltungsaufwand fordert seine Zeit. Die CDU-Landtagsabgeordnete Martina Machulla sagte dem Politikjournal Rundblick, sie wünsche sich mehr Transparenz für die Öffentlichkeit. Die Leute sollten rechtzeitig erfahren, wann die Öffnungen geplant sind. Positiv sei aber, dass der Baufortschritt nun endlich sichtbar sei. Seit September 2023 wurden große Teile der Marienburg für Besucher geschlossen. Im Oktober 2025 forderten alle Fraktionen im Landtag, die Marienburg auch während des Umbaus weiter zugänglich zu machen. Mohrs betonte am Mittwoch, man befinde sich vor allem dank des Engagements von Stiftungsvorstand Ohle auf einem guten Weg und arbeite zügig daran, die Marienburg der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.


