Mein Start in die neue Arbeitswoche erfuhr an diesem Montagmorgen eine jähe Unterbrechung. Auf dem gewohnten Weg in Richtung Redaktion bog ich nichts ahnend mit meinem Fahrrad um eine Häuserecke, und da türmten sie sich in nicht allzu weiter Ferne bedrohlich vor mir auf: mitten auf der Straße, ungut ineinander verkeilt, arg ramponiert und ordentlich beschmiert – zwei Personenkraftwagen, die sich bei hoher Geschwindigkeit in einen Unfall miteinander verwickelt zu haben schienen.

Nach dem ersten Schockmoment kam mit der Erinnerung rasch auch die Entwarnung: Das ist kein Unfall. Das ist Kunst. Wie in Hannover üblich, kann davon schon mal der Straßenverkehr beeinträchtigt werden. Es handelt sich um die Kunstinstallation „Crash Pipe“ der gefeierten Star-Choreografin Florentina Holzinger. Die Stadtverwaltung selbst schreibt von „frischem Schwung“, den die Auto-umrankte Rollschuh-Rampe zunächst auf der Sophienstraße vor dem Künstlerhaus in die Landeshauptstadt bringen soll. Ich merkte davon zunächst wenig, mich bremste die Kunst bloß aus.
Als ich nach einem kurzen Umweg dann doch im Büro angekommen war, fragte ich mich, ob wohl diese gesperrte Straße verantwortlich ist für den verzögerten Beginn meines ersten Termins an diesem Montag. Gegen Acht Uhr Dreißig informierte das Innenministerium darüber, dass die Pressekonferenz zur Vorstellung der polizeilichen Verkehrsunfallstatistik statt um Zehn erst um halb Elf beginnen könne. Aus mehrjähriger Beobachtung weiß ich: Der Weg zur Arbeit führt auch für Daniela Behrens für gewöhnlich durch die Sophienstraße.
Ein Verkehrsunfall – ob künstlerisch oder real – war allerdings nicht der Grund für den verzögerten PK-Start. „Das Gute ist, dass wir Geld haben und damit Straßen bauen“, sagte die Innenministerin schließlich im Konferenzraum im dritten Stock und erläuterte vor uns Journalisten weiter: „Das Schlechte ist, dass dadurch Baustellen entstehen.“ Sie habe Sorge gehabt, es nicht rechtzeitig nach Hannover zu schaffen. Doch am Ende ist zum Glück alles gutgegangen und die Ministerin ist unfallfrei in den Schiffgraben gelangt. In 208.720 Fällen ist bei anderen Menschen in Niedersachsen die Teilnahme am Straßenverkehr im vergangenen Jahr nicht so glimpflich abgelaufen.
Niedersachsens Verkehrsunfälle sind nur ein kleiner Aspekt unserer heutigen Berichterstattung. Das gesamte Lagebild gibt’s hier:
Fahren Sie vorsichtig – und auf dem Fahrrad am besten mit Helm!
Ihr Niklas Kleinwächter


