2. Feb. 2026 · 
P und PParteien

CDU in Niedersachsen trauert um Rita Süssmuth

Foto: Stella von Saldern, CC BY-SA 4.0

Rita Süssmuth, frühere Bundestagsabgeordnete der CDU aus Göttingen (1987 bis 2002) und Bundestagspräsidentin (1988 bis 1998), ist wenige Wochen vor ihrem 89. Geburtstag gestorben. Süssmuth war in der Ära von Kanzler Helmut Kohl eine streitbare und betont liberale Politikerin, die sich nicht scheute, mit klaren Positionen anzuecken. Sie stammte aus Wuppertal, studierte Philologie, Pädagogik und Geschichte in Münster, arbeitete dann als Assistentin an der Pädagogischen Hochschule in Osnabrück, später dann in Dortmund und Bochum. Von 1982 bis 1985 leitete Süssmuth, die seit 1981 CDU-Mitglied war, das Institut "Frau und Gesellschaft" in Hannover. 1985 wurde sie von Helmut Kohl als Jugend-, Familien- und Gesundheitsministerin ins Bundeskabinett berufen, drei Jahre später wechselte sie ins Amt der Parlamentspräsidentin. Süssmuth, die von 1986 bis 2001 Bundesvorsitzende der Frauen-Union war, gehörte viele Jahre lang zu den wichtigsten Politikern in der Niedersachsen-CDU, auch im Amt der Vize-Landesvorsitzenden. Sie war eine moralische Instanz, die sich in Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Frauenförderung in aktuellen Debatten einmischte. 1990 hatte der CDU-Landesverband seinen Landtagswahlkampf bestritten mit dem Plan einer Machtteilung: Der amtierende Ministerpräsident Ernst Albrecht trat noch einmal an, wollte aber nach der Hälfte der Wahlperiode 1992 das Amt an Süssmuth abgeben. Daraus wurde nichts, da Rot-Grün die Landtagswahl im Juni 1990 gewonnen hatte und Gerhard Schröder als neuer Regierungschef in die Staatskanzlei einzog. 1992 gab es eine neue Chance für Süssmuth, in die Landespolitik zu wechseln. Sie war im Gespräch für die Nachfolge des zurückgetretenen Thüringer Ministerpräsidenten Josef Duchač. Auch dieser Plan wurde nicht Realität, denn angeblich soll sich Kohl gegen Süssmuth ausgesprochen und damit ihren Wechsel gestoppt haben. Nachfolger von Duchač wurde dann Bernhard Vogel.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #020.
Klaus Wallbaum
AutorKlaus Wallbaum

Artikel teilen

Teilen via Facebook
Teilen via LinkedIn
Teilen via X
Teilen via E-Mail