Wir brauchen vom Land eine Zusage zur Finanzierung, damit die Träger wissen, dass es weitergeht und die Mitarbeiter wissen, dass sie ihren Job behalten.
Hans-Joachim Lenke
Jugendwerkstätten würden bereits seit Jahrzehnten als Projekt finanziert, kritisiert Lenke. „Das ist schon etwas schräg. Eigentlich sollte ein Projekt doch ein Anfang und eine Ende haben.“ Er wünscht sich eine verlässlichere Perspektive – auch für die Mitarbeiter. Es sei schon heute aufgrund der Zeitverträge für die Träger schwierig, Sozialpädagogen zu finden. Auch hier gebe es inzwischen einen Arbeitnehmermarkt. Sozialpädagogen könnten sich ihre Stelle in einer großen Anzahl von Angeboten aussuchen. Durch die unklare mittelfristige Finanzierung drohten die Jugendwerkstätten erfahrene Mitarbeiter zu verlieren. „Wir brauchen vom Land eine Zusage zur Finanzierung, damit die Träger wissen, dass es weitergeht und die Mitarbeiter wissen, dass sie ihren Job behalten“, so Lenke.
Wichtig sei auch, dass die Finanzierung direkt nach Ende der Förderperiode gesichert sei. Die Jugendwerkstätten hätten keine großen finanziellen Ressourcen und seien nicht in der Lage, ein halbes Jahr zu überbrücken. Lenke bezeichnete die Jugendwerkstätten als wichtigen Baustein in der Jugendhilfe. „Damit können Jugendliche an den Arbeitsmarkt herangeführt werden, womit ein normaler Ausbildungsbetrieb heillos überfordert ist. Für die Gruppe junger Menschen, die auf die Jugendhilfe angewiesen sei, gebe es keine Alternative. Sandra Heuer, Leiterin einer Jugendwerkstatt, empfahl, auch die langfristigen Kosten im Auge zu behalten. „Wer mit 20 Jahren aus dem System raus ist, kommt mit 40 nicht wieder in das System hinein. Das sind Kosten, die man auch beachten muss.“


