7. Jan. 2016
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Zum Tage: Albtraum

(rb) Die Vorstellung, dass junge Männer, die in Deutschland auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten, in unseren Innenstädten brave Bürger ausrauben und natürlich auch Frauen attackieren, war bisher eine Schimäre, mit der Rechte und andere Populisten auf Stimmenfang gingen. Zum Jahreswechsel wurde sie Realität. Zeitweise mehr als 1000 französisch und arabisch sprechende Männer haben in der Silvesternacht vor dem Kölner Dom eine Gewaltorgie im öffentlichen Raum entfacht und dabei in kleineren Gruppen gezielt Frauen massiv körperlich angegriffen, sexuell genötigt, möglicherweise sogar vergewaltigt, auf jeden Fall erniedrigt. Die vermutlichen Täter sollen nach aktuellem Stand der Ermittlungsbehörden durchschnittlich 20 Jahre alt gewesen, mehrheitlich aus Algerien und Marokko stammen. Möglicherweise war es ein überregional verabredeter Gewalt-Flashmob – ein Albtraum. Das Geschehnis an sich und die Tatsache, dass es fünf Tage gedauert hat, bis sich die ersten Medien, die Ermittlungsbehörden und die Politik mit einem ausländischen Männermob auseinandersetzten, der nach ähnlichem Muster zeitgleich auch in Hamburg und Stuttgart mit Raubüberfällen und Sexattacken zugeschlagen haben soll, macht ebenso fassungslos wie das Versagen der Polizei in der Gewaltnacht. Die überraschten Reaktionen der Politik auf diese „völlig neue Dimension organisierter Kriminalität“ sind wenig glaubwürdig. Zumindest in Köln wird die Region rund um den Hauptbahnhof bereits seit Jahren zu einer gewissen Uhrzeit insbesondere von Frauen gemieden, weil dort täglich Gruppen u.a. von nordafrikanischen und arabischen Männern herumlungern, die nichts Gutes im Sinn haben. Warum wurde hier nicht längst durchgegriffen etwa mit Platzverweisen? Stattdessen ist man auch nach dieser Silvesternacht unverdrossen bemüht, keinen öffentlichen „Generalverdacht“ gegen ethnische Gruppen, gegen Flüchtlinge und Asylsuchenden aufkommen zu lassen. Allerdings fällt es mittlerweile schwer, den Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft etwa gegen Frauen und der Herkunft aus patriarchal geprägten Gesellschaften weiterhin so konsequent zu leugnen wie bisher. Hinzu kommen der mangelnden Respekt dieser „Machos“ gegenüber Uniformierten und offenbar auch die Gewissheit, dass man erst jemanden totschlagen muss oder zumindest fast, um irgendwann aus Deutschland abgeschoben zu werden – eine unheilvolle Gemengelage, die unser Land in Brand stecken wird, wenn nicht auf allen Ebenen konsequent gehandelt wird. Krokodilstränen oder Aussagen mit erhobenem Zeigefinger wie „Frauen sind kein Freiwild“ helfen nicht weiter. Im Zweifel lesen die, die es angeht, weder Tageszeitung noch schauen sie deutsches Fernsehen. Vermutlich würden sie sich auch davon nicht beeindrucken lassen. Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung müssen härter bestraft werden, u.a. um Ausweisungsgrund zu werden. Respekt vor dem weiblichen Geschlecht, die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen müssen in den Köpfen aller Migranten, am besten schon bei den ganz kleinen Jungen, ankommen. Mädchen und Frauen müssen in Flüchtlingsunterkünften ausreichend geschützt werden und vor allem ganz schnell lernen, dass häusliche Gewalt, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung in Deutschland Straftatbestände sind, es Schutzeinrichtungen gibt und Uniformierte Ansprechpartner und nicht per se potenzielle Täter sind. Wie diese Botschaften optimal bei den Zielgruppen ankommen könnten, darüber sollten sich die vielen Präventionsräte und Netzwerke vor Ort ebenso den Kopf zerbrechen, wie die Innenminister der Länder. Selbst wenn nach aktueller Auskunft etwa des niedersächsischen Innenministeriums derzeit keine Vorgänge wie in Köln, Hamburg oder Stuttgart bekannt sind, bedeutet dies nicht, dass der hannoversche Hauptbahnhof oder andere öffentliche Plätze in Niedersachsen sichere Gegenden insbesondere für Frauen sind oder vor Gruppengewalt gefeit wären. Die Tipps, die die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker jetzt Frauen für den Kölner Karneval mitgegeben hat, also bei Fremden mindestens eine Armlänge Abstand zu halten und ihre Gruppe nicht zu verlassen, kommt allerdings einer Kapitulation vor männlicher Gewalt gleich. Das ließe sich nur toppen durch den Vorschlag, sich vorsorglich mit Kopftuch und sittsamer Kleidung vor Übergriffen in deutschen Innenstädten zu schützen. bri
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #4.
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