Kathrin Riggert, Vize-Sprecherin der Landesregierung, hält kurzfristige Veränderungen an der Corona-Verordnung – entgegen der bisherigen Absicht der Landesregierung – für durchaus denkbar. Man befinde sich in Gesprächen mit den Kommunalverbänden, sagte sie. Spekulationen über ein bloßes Verschieben Schwellenwerte für Verschärfungen von Auflagen führten aber in die Irre. Das Problem ist, dass die Inzidenzen ansteigen und vielerorts bald über 35 liegen könnten, womit die privaten Kontakte und auch Feiern in den Gaststätten automatisch wieder begrenzt werden müssten. Dies wird aber in der Landesregierung deshalb für wenig hilfreich gehalten, weil sich die Infektionsherde zum einen vor allem auf feiernde Jugendgruppen beziehen und zum anderen höhe Inzidenzen nicht automatisch zu mehr Erkrankungen führen. Riggert rechnet mit kurzfristigen Entscheidungen des Kabinetts, womöglich schon diese Woche, und mit einer Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz. In einer solchen könnte diskutiert und beschlossen werden, ob die reine Inzidenz als Richtschnur reicht. Die niedersächsische FDP hatte eine Formel entwickelt, die auch die Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken als Maßstab hinzufügt – ebenso wie die Impfwirkung, die mit der Quote der Zweitgeimpften automatisch steigen wird.


