Gerd-Dietrich Bolte, Planungschef bei der DB InfraGO, hat ein neues Konzept für die diesjährige Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover vorgestellt. Hintergrund sind Verzögerungen bei der parallel laufenden Korridorsanierung der Strecke Hamburg–Berlin. „Der außergewöhnlich starke und langwierige Wintereinbruch in Norddeutschland hat unsere eingeplanten Zeitpuffer aufgebraucht“, begründete Bolte die Änderung. Die geplante "Qualitätsoffensive" zwischen Hamburg und Hannover soll zwar wie vorgesehen am 1. Mai beginnen, wird jedoch in einem angepassten, stufenweisen Konzept umgesetzt. Zunächst wird der Abschnitt Celle–Hannover vollständig gesperrt, während andere Teile der Strecke vorerst noch für Umleitungsverkehre zwischen Hamburg und Berlin genutzt werden. Erst nach der vollständigen Wiederinbetriebnahme des Korridors Hamburg–Berlin ab 14. Juni soll die Strecke Hamburg–Hannover dann komplett gesperrt werden. Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bewertet die Anpassungen kritisch, weil die Bauphase trotzdem nur bis Mitte Juli dauern wird. „Was in dieser Zeit möglich sein wird, dürfte eher eine Qualitätsdefensive als eine Qualitätsoffensive sein“, sagte Tonne. Weitere „beliebige Sperrungen“ aufgrund noch nachzuholender Arbeiten werde Niedersachsen nicht mittragen. Für die 2029 vorgesehene Generalsanierung forderte der Minister zudem „eine wirklich robuste und verlässliche Planung“.


