
In gut einhundert Tagen findet in Hannover die inzwischen zehnte Ideen-Expo statt. Vom 20. bis zum 28. Juni wollen die Veranstalter auf dem hannoverschen Messegelände wieder hunderttausende junge Menschen für naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistern. Der einstige Erfinder und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Ideen-Expo, Niedersachsenmetall-Chef Volker Schmidt, spricht von einem „starken Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Hochschulen“, das in diesem Jahr Jubiläum feiere. Gemeinsam mit Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) hat Schmidt am Montag den Startschuss gegeben für „Europas größtes Technologie- und Innovationsfestival für junge Menschen“, wie die Veranstalter das Großereignis selbst bezeichnen. „In Zeiten tiefgreifender technologischer Umbrüche und wirtschaftlicher Unsicherheiten ist Orientierung wichtiger denn je“, sagt Schmidt. „Die Ideen-Expo bietet genau diesen Raum – praxisnah, erlebbar und ohne erhobenen Zeigefinger.“ Mit der Veranstaltung sollen die Hürden gesenkt werden, die junge Menschen ansonsten davon abhalten, sich in einem technischen Beruf auszuprobieren. Mehr als 330 Aussteller wollen dieses Mal mit mehr als 800 Mitmach-Exponaten in 14 Themenwelten und mehr als 900 Workshops für sich und ihre Ausbildungsgänge werben. Auf dem Messegelände wird dazu in diesem Jahr eine Veranstaltungsfläche von über 100.000 Quadratmetern genutzt.
Der Besuch der Ausstellungsstände, die Teilnahme an den Veranstaltungen und sogar das Feiern auf den abendlichen Konzerten wird auch in diesem Jahr wieder kostenlos sein. Als sogenannte Public-Private-Partnership finanziert sich die Ideen-Expo sowohl aus staatlichen als auch aus privaten Mitteln. Über die Jahre habe das Land die Ideen-Expo mit rund 55 Millionen Euro unterstützt, berichtet Wissenschaftsminister Mohrs. In diesem Jahr hat der Landtag die Rekordsumme von 14 Millionen Euro für die Veranstaltung in den Haushalt eingestellt. Das liege zum einen daran, dass sich vieles verteuert habe. Es sei aber auch schlicht „notwendig, damit die Ideen-Expo so weiterarbeiten und ihre Strahlkraft entfalten kann, wie bisher“, erklärt der Minister. Aufsichtsratschef Schmidt rechnet vor, dass Niedersachsenmetall als Partner der ersten Stunde auch in diesem Jahr wieder einen entscheidenden Beitrag zum Gesamtetat von rund 23 Millionen Euro beisteuern werde. Garantiert seien sechs Millionen Euro vom Arbeitgeberverband, weitere drei Millionen Euro sollen am Markt akquiriert werden. Es sei also möglich, betont Schmidt, dass der Haushaltsposten des Landes überhaupt nicht in Gänze ausgeschöpft werden müsse, denn die Veranstaltung sei „sehr effizient“ organisiert.
Niedersachsen stehe nicht nur für Nordsee und Lüneburger Heide, sondern auch für Innovation, sagt Schmidt zum Auftakt. Mit der Ideen-Expo wolle er neue Technik begreifbar machen. Die Veranstaltung solle Orientierung und Leidenschaft schaffen sowie Zukunftsfreude wecken. Schmidt spricht von einer Lücke, die überwunden werden müsse. Eine Allensbach-Studie im Auftrag der Ideen-Expo habe diese Lücke kürzlich aufgezeigt. Demnach finden zwei Drittel der jungen Menschen Naturwissenschaft und Technik wichtig und begreifen sie als Treiber künftiger Innovationen. Zudem gaben 60 Prozent der Befragten an, in den MINT-Fächern nicht schlecht zu sein. „Aber nur 14 Prozent von ihnen sagen konkret, dass sie sich in diesem Bereich auch eine berufliche Zukunft vorstellen können“, erklärt Schmidt – und genau an diesem Punkt will die Ideen-Expo also ansetzen. Wissenschaftsminister Mohrs glaubt an die Begeisterungskraft der Veranstaltung, die nach seinen Worten „ein Herzensprojekt für alle in Niedersachsen“ sei. „Ich kann versprechen: Niemand wird unbegeistert das Messegelände verlassen.“


