27. Apr. 2026 · 
P und PInneres

Wie sich die ukrainische Generalkonsulin mit einer OP auf die russische Invasion vorbereitet hat

Iryna Tybinka, Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, kehrt Ende April zurück ins Außenministerium in Kiew. Seit 2020 vertritt die Diplomatin die Ukraine in den norddeutschen Ländern. In dieser Funktion sprach sie bereits mehrmals vor dem niedersächsischen Landtag. Eines ihrer Kernanliegen war es dabei, immer wieder auf die Situation der von Russland entführten ukrainischen Kinder aufmerksam zu machen. Bei einem ihrer letzten öffentlichen Auftritte in Niedersachsen gab sie noch einmal ganz persönliche Einblicke in ihr eigenes Kriegserleben. In Vorbereitung auf eine mögliche russische Invasion habe sie für ihre Kinder Notfall-Reisetaschen mit den wichtigsten Dingen, Kleidung, Papieren und auch Spielzeug gepackt, berichtete sie beim zweiten „sicherheitspolitischen Dialog“ der Landesregierung. Weil ihr klar gewesen sei, dass sie als Diplomatin in Kiew bleiben müsse, habe sie Bekannte gebeten, ihre Kinder im Ernstfall zu den Großeltern zu bringen. Sich selbst bereitete sie derweil mit einer Operation auf den Kriegsfall vor. Weil sie eine ausgeprägte Sehschwäche gehabt habe und unsicher gewesen sei, ob bei einem Angriff ihre Brillen unbeschädigt bleiben würden, habe sie sich vorsorglich die Augen mit einem Laser bearbeiten lassen. Als sie das aussprach, fiel besonders ins Auge: Alle anderen auf dem Podium – Innenministerin Daniela Behrens, Staatssekretärin Anka Dobslaw, Enercity-Vorstand Marc Hansmann und Regierungssprecher Christian Budde – waren Brillenträger.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #078.
Niklas Kleinwächter
AutorNiklas Kleinwächter

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