25. Sept. 2026 · 
NotizWahlen

Wichmann und Schledde führen AfD-Liste an

Als erste Partei im Landtag hat die AfD ihre Landesliste für die Landtagswahl aufgestellt. Sie zieht mit Klaus Wichmann und Ansgar Schledde an der Spitze in den Wahlkampf.

Klaus Wichmann (rechts) und Ansgar Schledde. | Foto: Wallbaum

Die niedersächsische AfD zieht mit ihrem bisheringen Fraktionsvorsitzenden Klaus Wichmann aus Verden in den Landtagswahlkampf. Für den 62-jährigen Rechtsanwalt sprachen sich in der Vertreterversammlung in Dötlingen (Kreis Oldenburg) 139 von 150 Delegierten aus. Neun stimmten mit Nein, zwei enthielten sich der Stimme. Wichmann erklärte, Bund und Land seien "an einem Kipppunkt angekommen". Immer mehr Menschen würden "die linksgrüne Politik nicht mehr ertragen" und müssten erkennen, dass sich daran auch nach Wahlen nichts ändere. Die CDU habe "im linksgrünen Wolkenkuckucksheim seit Jahren ein Gästezimmer belegt" und sei somit mitverantwortlich für diesen Zustand. Der AfD-Landesvorsitzende Ansgar Schledde aus der Grafschaft Bentheim, der auf Listenplatz zwei gewählt wurde, gab das Ziel aus, bei der Landtagswahl am 26. September "25 Prozent" zu erreichen, landesweit stärkste Partei zu werden und "in Regierungsverantwortung zu kommen". Seine Vorstellungsrede schloss Schledde mit den Worten: "Gemeinsam erobern wir 2027 den Landtag". Zu Beginn der Veranstaltung hatte die "Opposition" im Landesverband, die sich derzeit auf die Kreisverbände Goslar und Ostfriesland beschränkt, ein Signal des Protestes ausgesandt. Der frühere Goslarer Kreisvorsitzende Main Müller, ein Dachdeckermeister, beklagte sich über eine Rufmordkampage des Landesvorstandes, die sich gegen ihn gerichtet habe. Schledde habe massiv versucht, Einfluss auf seinen Verband zu nehmen. Außerdem sei er bei einem "Bürgerdialog", zu dem überraschend ein AfD-nahes Fernsehteam erschien und die Versammlung filmte, massiv von Vertretern des Landesvorstandes beschimpft und niedergemacht worden. Müller trat für Platz zwei gegen Schledde an, erreichte aber nur neun Stimmen, während sich 137 für Schledde aussprachen. Gegen Müller und die AfD-Europaabgeordnete Anja Arndt aus Ostfriesland läuft derzeit ein Parteiausschlussverfahren. Beide waren aber in der Versammlung vertreten, ihre beiden Verbände zählten zusammen sieben Stimmen. Auf den weiteren Plätzen der Landesliste folgen Jens-Christoph Brockmann (Celle), Peer Lilienthal (Region Hannover), Vanessa Behrendt (Helmstedt), Stephan Bothe (Lüneburg), Delia Klages (Hameln-Pyrmont), Alfred Dannenberg (Heidekreis), Omid Najafi (Stadt Hannover), Jessica Schülke (Region Hannover), Adrian Maxhuni (Osnabrück) und Thorsten Moriße (Wilhelmshaven). Bis auf Maxhuni sind alle anderen derzeit bereits im Landtag vertreten.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #168.
Klaus Wallbaum
AutorKlaus Wallbaum
Wichmann und Schledde führen AfD-Liste an